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E-Gravel-Bike: Ist das Gravelbike als E-Bike eine neue Revolution auf und abseits der Straße?

Ein E-Gravel-Bike ist ein spezielles Fahrrad, das für gemischtes Gelände ausgelegt ist und zusätzlich mit einem Elektromotor ausgestattet ist. Gravelbikes selbst sind eine Mischung aus Rennrad und Mountainbike, die für verschiedenste Untergründe geeignet sind – von glattem Asphalt bis hin zu rauen Schotterwegen. Mit dem zusätzlichen Elektromotor erhältst du Unterstützung beim Treten, was längere Touren und steile Anstiege erheblich erleichtert.

Von Vincent Augustin 5 Minuten Lesedauer

E-Gravel-Bike: Ist das Gravelbike als E-Bike eine neue Revolution auf und abseits der Straße?
Über den Autor Vincent Augustin

Vincent ist Mitgründer von MYVELO und erfahrener Radsportler. Durch seine aktive Zeit im leistungsorientierten Rennradsport - inklusive Starts in der Rennrad-Bundesliga - bringt er fundierte Praxiserfahrung in die Entwicklung und Bewertung von Fahrrädern und E-Bikes ein. Vincent legt besonderen Fokus auf Qualität, Sicherheit und Langlebigkeit von Komponenten sowie auf die Frage, was ein Fahrrad im echten Einsatz leisten muss. Seine Artikel verbinden persönliche Erfahrung, technisches Verständnis und den Anspruch, verlässliche Orientierung für Kaufentscheidungen zu bieten. Jetzt mehr zu MYVELO erfahren

Veröffentlicht: 28. Juli 2024  |  Aktualisiert: 30. Juni 2026

Was ist ein E-Gravel-Bike?

Ein E-Gravel-Bike ist ein spezielles Fahrrad, das für gemischtes Gelände ausgelegt ist und zusätzlich mit einem Elektromotor ausgestattet ist. Gravelbikes selbst sind eine Mischung aus Rennrad und Mountainbike, die für verschiedenste Untergründe geeignet sind – von glattem Asphalt bis hin zu rauen Schotterwegen. Mit dem zusätzlichen Elektromotor erhältst du Unterstützung beim Treten, was längere Touren und steile Anstiege erheblich erleichtert.

Das Besondere: Im Unterschied zum klassischen E-Trekkingbike bleibt das E-Gravel-Bike leicht und fahraktiv. Der Elektromotor ergänzt deine eigene Leistung, ohne das Fahrgefühl zu übertünchen – du trittst weiterhin selbst, das System unterstützt dich nur dann, wenn du es brauchst.

Mittelmotor oder Nabenmotor – welcher Antrieb passt?

Die Wahl des Motortyps ist beim E-Gravel-Bike eine der wichtigsten Entscheidungen, denn sie beeinflusst Fahrgefühl, Gewicht und Wartungsaufwand erheblich.

Mittelmotor (z. B. Bosch, Shimano Steps, Fazua): Der Motor sitzt im Tretlagerbereich und treibt das Hinterrad über die Kette an. Das sorgt für eine ausgewogene Gewichtsverteilung und ein natürlicheres Fahrverhalten. Vor allem im Gelände und an Steigungen überzeugt der Mittelmotor, weil er mit der Gangwahl interagiert und so effizienter arbeitet. Leichte Systeme wie der Fazua Ride 60 verändern den Gravel-Charakter kaum und erlauben ein Gesamtgewicht von unter 13 kg.

Nabenmotor (Vorder- oder Hinterrad): Günstiger in der Anschaffung und wartungsärmer, da er unabhängig vom Antriebsstrang arbeitet. Allerdings verändert er die Gewichtsverteilung stärker und bietet weniger Grip-Feedback im Gelände. Für Alltagstouren auf wenig anspruchsvollem Untergrund kann er eine valide Option sein.

Empfehlung: Für typische Gravel-Einsätze – lange Touren, gemischtes Terrain, steile Pässe – ist der Mittelmotor die deutlich bessere Wahl.

Die Vorteile eines Gravel E-Bikes

  1. Vielseitigkeit: E-Gravel-Bikes sind für verschiedene Terrains ausgelegt. Egal ob du durch die Stadt, auf Landstraßen oder auf Waldwegen unterwegs bist – dieses Bike meistert alles.
  2. Komfort: Durch die breiteren Reifen und die aufrechtere Sitzposition bieten E-Gravel-Bikes mehr Komfort als herkömmliche Rennräder.
  3. Unterstützung durch den Motor: Der Elektromotor hilft dir, längere Strecken zu bewältigen und steile Anstiege zu meistern. So kannst du weiter fahren und neue Gebiete erkunden, ohne dabei völlig erschöpft zu sein.
  4. Umweltfreundlichkeit: Mit einem E-Gravel-Bike leistest du einen Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen. Es ist eine umweltfreundliche Alternative zu Autos und ermöglicht dir, längere Strecken ohne großen Kraftaufwand zurückzulegen.
  5. Größere Reichweite als ohne Motor: Wer bisher nach 80 km ans Limit kam, schafft mit elektrischer Unterstützung 120–150 km – und kommt mit Freude am Sattel an, nicht erschöpft.

Technische Details und Ausstattung eines Gravel E-Bikes

  1. Motor und Akku: E-Gravel-Bikes sind mit einem leistungsstarken Motor ausgestattet, der dir bei Bedarf Unterstützung bietet. Die Akkukapazität variiert je nach Modell, aber die meisten E-Gravel-Bikes ermöglichen eine Reichweite von 50 bis 150 Kilometern pro Ladung. Viele Modelle erlauben zudem einen Range-Extender – einen zusätzlichen Akku –, der die Reichweite bei Langstrecken weiter verlängert.
  2. Rahmen und Geometrie: Die Rahmen bestehen oft aus leichtem, aber robustem Material wie Aluminium oder Carbon. Die Geometrie ist so gestaltet, dass sie eine komfortable und effiziente Fahrposition bietet.
  3. Reifen: E-Gravel-Bikes sind mit breiteren Reifen ausgestattet, die eine bessere Traktion und Stabilität auf unebenem Untergrund bieten. Die Reifen haben in der Regel ein Profil, das sowohl auf Asphalt als auch auf Schotterwegen guten Grip bietet. Gängige Reifenbreiten liegen zwischen 38 und 50 mm.
  4. Schaltung und Bremsen: Hochwertige Gravel E-Bikes sind mit präzisen Schaltsystemen und leistungsstarken Scheibenbremsen ausgestattet. Dies gewährleistet eine zuverlässige Kontrolle und Sicherheit, egal in welchem Terrain du unterwegs bist. Das höhere Systemgewicht eines E-Bikes macht hydraulische Scheibenbremsen mit ausreichender Belaggröße besonders wichtig.
  5. Display und Konnektivität: Moderne E-Gravel-Bikes verfügen über ein kompaktes Display oder lassen sich per App konfigurieren. So kannst du Unterstützungsstufen anpassen, die Reichweite im Blick behalten und Fahrdaten aufzeichnen.
  6. Zusatzfunktionen: Viele Modelle bieten integrierte Beleuchtung, Gepäckträger und Schutzbleche, was sie ideal für den täglichen Gebrauch und längere Touren macht.

Für wen lohnt sich ein E-Gravel-Bike?

Ein E-Gravel-Bike ist nicht für jeden Radfahrer die erste Wahl – aber für bestimmte Einsätze macht es einen enormen Unterschied:

  • Pendler mit hügeligen Strecken: Wer täglich durch anspruchsvolles Gelände zur Arbeit fährt, kommt ohne Schweiß am Ziel an.
  • Bikepacker und Ferntourer: Längere Etappen und bepacktes Fahren werden durch motorische Unterstützung deutlich angenehmer.
  • Wiedereinsteiger und Freizeitradler: Wer nach einer Pause wieder ins Sattel steigt oder konditionell noch nicht auf dem Level für lange Schotter-Touren ist, profitiert enorm.
  • Fahrradbegeisterte, die in der Gruppe mithalten wollen: Wenn das Tourtempo ungleich ist, gleicht der Motor Unterschiede effektiv aus.

Wer dagegen sehr leichte Räder für sportliche Wettkämpfe sucht, ist mit einem konventionellen Gravel-Bike besser beraten – das zusätzliche Motorgewicht von typisch 3–4 kg fällt bei reiner Renn-Nutzung ins Gewicht.

Gravel E-Bike vs. SUV E-Bike: Ein Vergleich

In der Welt der E-Bikes gibt es neben E-Gravel-Bikes auch die sogenannten SUV E-Bikes, die ebenfalls eine Menge Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Beide Kategorien haben ihre eigenen Vorzüge und Anwendungsbereiche. E-Gravel-Bikes sind speziell für Vielseitigkeit und Effizienz auf gemischtem Terrain ausgelegt, mit einem Fokus auf schnelles und komfortables Fahren sowohl auf Asphalt als auch auf Schotterwegen. Sie sind leichter und oft wendiger, was sie ideal für längere Touren und sportliche Fahrten macht.

SUV E-Bikes hingegen sind so konzipiert, dass sie maximale Robustheit und Komfort bieten, selbst auf extrem anspruchsvollen Strecken. Sie sind oft schwerer, mit breiteren Reifen und stärkerer Federung ausgestattet, was sie zu einer guten Wahl für den Einsatz im Gelände und auf unbefestigten Wegen macht.

Während E-Gravel-Bikes sich hervorragend für Fahrer eignen, die eine Balance zwischen Geschwindigkeit und Offroad-Fähigkeiten suchen, sind E-SUV-Bikes perfekt für diejenigen, die auf extremere Abenteuer aus sind und zusätzliche Stabilität sowie Tragfähigkeit schätzen. Je nach deinen Bedürfnissen und Vorlieben kann das eine oder das andere Bike die bessere Wahl für dich sein.

Tipps für den Kauf eines Gravel E-Bikes

  1. Bestimme deine Bedürfnisse: Überlege dir, wofür du das Bike hauptsächlich verwenden möchtest. Planst du lange Touren, tägliche Pendelstrecken oder Abenteuer im Gelände? Deine Nutzung beeinflusst die Wahl des Modells.
  2. Motortyp wählen: Für Gravel-Strecken und Pässe ist ein Mittelmotor die bessere Wahl. Achte dabei auf das Systemgewicht: Leichte Systeme wie Fazua oder Mahle X35 stören das Fahrgefühl kaum, stärkere Systeme wie Bosch Performance bieten mehr Schub für schwieriges Terrain.
  3. Testfahrten machen: Bevor du dich für ein Modell entscheidest, solltest du unbedingt verschiedene E-Gravel-Bikes testen. Achte dabei auf Komfort, Handhabung und die Leistung des Motors.
  4. Reichweite und Akkulaufzeit: Überlege, wie weit du in der Regel fahren möchtest und wähle ein Modell mit einer entsprechenden Akkukapazität. Denke auch daran, wie einfach es ist, den Akku zu laden und gegebenenfalls auszutauschen.
  5. Budget: E-Gravel-Bikes sind eine Investition. Überlege dir, wie viel du bereit bist auszugeben, und achte auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Manchmal lohnt es sich, ein wenig mehr für zusätzliche Qualität und Langlebigkeit zu bezahlen. Ggf. eignet sich für dich auch Leasing oder das Rad als Jobrad zu nutzen.

Nutzung und Pflege Deines neuen Gravel E-Bikes

  1. Regelmäßige Wartung: Wie jedes Fahrrad benötigt auch ein E-Gravel-Bike regelmäßige Wartung. Dazu gehören das Überprüfen und Nachjustieren der Schaltung, das Kontrollieren des Reifendrucks und das Schmieren der Kette.
  2. Akkupflege: Achte darauf, den Akku nicht vollständig zu entladen und ihn bei längerer Nichtbenutzung zu entfernen und bei Zimmertemperatur zu lagern. Idealerweise lagerst du den Akku bei 40–60 % Ladezustand, das verlängert die Lebensdauer deutlich.
  3. Reinigung: Halte dein Bike sauber, besonders nach Fahrten im Gelände. Schmutz und Staub können die Komponenten beeinträchtigen. Verwende spezielle Fahrradreiniger und vermeide Hochdruckreiniger, um empfindliche Teile nicht zu beschädigen.
  4. Fahrtechnik: Übe den Umgang mit deinem E-Gravel-Bike, besonders wenn du neu im Gelände unterwegs bist. Achte auf die richtige Balance, Brems- und Kurventechnik, um sicher und effizient zu fahren.
  5. Software-Updates: Viele E-Bike-Systeme erhalten regelmäßig Firmware-Updates über die Hersteller-App. Diese können Reichweite, Motorcharakteristik und Sicherheitsfunktionen verbessern – halte das System aktuell.

Fazit

Ein E-Gravel-Bike bietet dir die perfekte Kombination aus Vielseitigkeit, Komfort und Leistung. Es ermöglicht dir, neue Wege zu erkunden, längere Strecken zu fahren und dabei die Unterstützung eines Elektromotors zu genießen.

Mit der richtigen Auswahl und Pflege wirst du viele Jahre Freude an deinem E-Gravel-Bike haben. Ob für das tägliche Pendeln, ausgedehnte Touren oder spannende Abenteuer im Gelände – ein E-Gravel-Bike ist eine hervorragende Investition in deine Mobilität und dein Fahrerlebnis. Also, worauf wartest du noch? Schwing dich aufs Bike und entdecke die Welt auf zwei Rädern!

Modernes Gravelbike bis 1000€ – worauf man achten sollte

Quellen & Referenzen

  • Fazua Ride 60 Systemdaten (2024). "60 Nm Drehmoment, Systemgewicht ca. 4,5 kg mit 430-Wh-Akku. Fazua GmbH, Produktspezifikation 2024".
  • (2024). "Bosch PowerTube 625 Wh lässt sich mit dem Range Extender 250 Wh kombinieren; zusammen bis zu 875 Wh Gesamtkapazität. Bosch eBike Systems, Technische Daten 2024".
  • ADFC-Empfehlung zur Akkupflege bei Lithium-Ionen-Akkus "Lagerung bei 40–60 % Ladezustand und 10–20 °C.Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V". , Ratgeber E-Bike-Akkupflege.

Weitere Infos und Häufige Fragen zu E-Gravel-Bike: Ist das Gravelbike als E-Bike eine neue Revolution auf und abseits der Straße?

Lass Dich von Fahrrad-Enthusiasten beraten

Ein E-Mountainbike ist speziell für anspruchsvolles Singletrail-Gelände mit starker Federung (typisch 120–160 mm) ausgelegt und deutlich schwerer. Das E-Gravel-Bike ist ungefedert oder hat allenfalls eine leichte Federgabel, dafür leichter und deutlich vielseitiger – es fährt genauso gut auf Asphalt wie auf Schotter. Für gemischte Touren zwischen Straße und Waldweg ist das E-Gravel-Bike klar die bessere Wahl.

Wie alle Pedelecs in Deutschland unterstützt ein E-Gravel-Bike gesetzlich bis zu 25 km/h. Darüber hinaus fährst du aus eigener Kraft. Sogenannte Speed-Pedelecs (S-Pedelecs) unterstützen bis 45 km/h, sind aber zulassungspflichtig und dürfen nicht auf normalen Radwegen gefahren werden.

Für Gravel-typische Einsätze – Offroad, Pässe, lange Touren – empfiehlt sich ein Mittelmotor. Er sitzt im Schwerpunkt des Bikes, nutzt die Gangschaltung mit und bietet ein natürlicheres Fahrgefühl. Nabenantriebe sind günstiger, aber für anspruchsvolles Gelände weniger geeignet.

Typische E-Gravel-Bikes wiegen zwischen 12 und 16 kg, je nach Rahmenmaterial, Motorsystem und Akkugröße. Modelle mit leichten Motorsystemen kommen auf unter 13 kg – das entspricht dem Gewicht mancher normaler Trekkingräder.

Ja, und das sehr gut. Das E-Gravel-Bike rollt auf Asphalt effizienter als ein Mountainbike, weil die Reifen schlanker sind. Durch den Motor wird das höhere Rollgewicht gegenüber einem normalen Rennrad problemlos kompensiert. Es ist damit auch ein ausgezeichnetes Alltagsrad.

Für den gemischten Einsatz auf Asphalt und Schotter eignen sich Reifen zwischen 38 und 45 mm Breite am besten. Schmalere Reifen rollen schneller auf der Straße, breitere bieten mehr Dämpfung und Traktion im Gelände. Die meisten E-Gravel-Rahmen lassen Reifenbreiten von bis zu 50 mm zu.