Mai 26, 2021 5 Minute(n) Lesezeit

Vor allem eher unsichere Radfahrer kennen das Gefühl häufig. Sie nutzen die Vorderbremse am Rad eher selten, da sie Angst haben, dass ihr Rad sich bei zu starkem Bremsen nach vorne überschlagen könnte. Aus diesem Grund kommt die Hinterradbremse oft zum Einsatz - oder aber, man verwendet die Rücktrittbremse. Was bis vor einigen Jahren noch selbstverständlich war, ist allerdings in den letzten Jahren immer unbeliebter geworden. Vor allem junge Menschen sind es, die sich immer weniger eine Rücktrittbremse wünschen. Allerdings hat nicht jedes E-Bike eine Rücktrittbremse - warum das so ist, stellen wir im nachfolgenden Artikel genauer vor.

Ist die Rücktrittbremse eine veraltete Technik?

Vor allem jedoch gilt die Rücktrittbremse seit einigen Jahren als eine relativ veraltete Technik, deren Beliebtheit stetig abzunehmen scheint. Gerade die vielen neuen Entwicklungen bei E-Bikes und Pedelecs, welche auch die Wirksamkeit der Bremskraft beeinflussen, haben mehr und mehr dazu geführt, dass sich kaum noch jemand für eine E-Bike Rücktrittbremse oder Pedelec Rücktrittbremse interessiert. Dennoch gibt es sie noch, wenngleich bei eher wenigen Modellen. Denn einige Menschen möchten trotz gewisser Nachteile nicht auf deren Vorteile verzichten. Ob sich die Rücktrittbremse auch für dich eignet, kannst du nach diesem Artikel sicherlich leichter einschätzen.


Woher stammt die Rücktrittbremse?

Zum ersten Mal verbaute man die klassische Rücktrittbremse im Jahr 1903 bei einem Fahrrad. Damals trug sie allerdings noch die Bezeichnung Torpedo und wurde von Ernst Sachs entwickelt. Es dauerte dann noch einige Jahrzehnte, bis die Rücktrittbremse mit den ersten Nabenschaltungen kombiniert wurden. Das Unternehmen Fichtel & Sachs galt damals als Pionier auf dem Markt und entwickelte im Zuge dessen den sogenannten Komet-Freilauf, welcher sich vom Torpedo durch den Aufbau seines Antriebs und der zugehörigen Bremse unterscheidet.
Anders als der Komet-Freilauf besaß der Torpedo-Freilauf eine Art Sperrkörper im Inneren. Welcher über verschiedene Ebenen in den Nabenkörper gedrückt wurde. Beim Komet-Freilauf befanden sich dagegen im Inneren Passstücke, die durch ein sich auf der Achse befindendes Gewinde in den Nabenkörper gedrückt wurden.

 

Macht die Rücktrittbremse Sinn bei einem E-Klapprad?

Heute gibt es natürlich viele verschiedene Ausführungen der Rücktrittbremse, wenngleich diese in den letzten Jahren deutlich an Beliebtheit verlor. Vor allem junge Menschen kaufen sich in der heutigen Zeit Bikes wie Fixies, die ganz ohne Mittelmotor mit Rücktrittbremse oder Gänge auskommen. Um damit vollkommen flexibel unterwegs zu sein. Bei einem E-Klapprad bzw. E-Klapprad gibt es allerdings noch einmal einige Besonderheiten. Hier war es bis vor wenige Jahre aus technischer Sicht kaum möglich, einen Mittelmotor mit einer Rücktrittbremse zu kombinieren.
Wollte man nicht auf eine Rücktrittbremse verzichten, bot sich als einzige Lösung ein E-Bike mit Vorderradmotor an. Doch diese brachten auch einige Risiken mit sich, wie beispielsweise ein relativ unpraktischer Schwerpunkt oder auch die sogenannte Schlupf-Anfälligkeit, die in Kurven besonders zum Tragen kommt. Heutzutage gibt es jedoch auch neue Antriebssysteme, die es ermöglichen, eine Rücktrittbremse mit einem Mittelmotor zu kombinieren. Bei diesem wird unmittelbar das vordere Kettenblatt angetrieben - deshalb wird es überflüssig, dass ein zusätzlicher Ritzel die Kette berührt. Allerdings ist die Nachfrage bei Pedelecs und E-Bikes nicht allzu hoch und nimmt tendenziell eher ab.


Die Rücktrittbremse und weitere Bremssysteme beim E-Bike

Mindestens genauso wichtig wie der Antrieb bei einem elektrischen Klapprad ist natürlich auch sein Bremssystem. Viele E-Bikes sind in der heutigen Zeit mit Scheibenbremsen, Felgenbremsen und manchmal auch mit Rücktrittbremsen ausgestattet. An elektrisch betriebenen Bikes haben sich allerdings vor allem hydraulische Bremssysteme durchgesetzt. Diese findest du auch an unseren hochwertigen elektrischen Klapprädern von myvélo. Ihr großer Vorteil ist, dass sie eine hervorragende Bremskraft aufweist, welche mittels einer mit Öl befüllten Leitung an die Bremskolben übermittelt wird. Hier wird noch einmal zwischen hydraulischen Felgenbremsen und hydraulischen Scheibenbremsen unterschieden. Rollen- oder Trommelbremsen kommen am Elektro Klapprad oder Pedelec nicht vor.

Die verschiedenen Antriebe beim Elektro Klapprad und die Rücktrittbremse - was wichtig ist

Die Rücktrittbremse ist heutzutage längst nicht in allen E-Bikes verbaut, auch bei einem E-Klapprad findet man sie eher selten. Wichtig ist aber zunächst, die Unterschiede zwischen den drei gängigen Antriebssystemen zu kennen: Es gibt Vorder-, Mittel- und Hinterradmotoren. Vorderradmotoren befinden sich in der Nabe des Vorderrads und lassen sich mit allen möglichen Gangschaltungen, sowie auch mit Rücktrittsbremsen problemlos kombinieren. Auf rutschigem Untergrund oder auch beim Bergauffahren ist die Traktion allerdings nicht unbedingt optimal.

Weiterhin gibt es Mittelmotoren, bei denen du von einer ausgewogenen Gewichtsverteilung profitierst. Welche dein Fahrverhalten auf dem Elektro-Klapprad nur wenig beeinflusst. Da sich der Schwerpunkt ähnlich wie bei einem normalen Fahrrad anfühlt, ist das Fahrgefühl auf einem Elektro Klapprad oder E-Bike mit Mittelmotor sehr natürlich. Auch hier sind Kombinationen mit allen Schaltungsarten und einer Rücktrittbremse möglich.

Die dritte Variante ist der Hinterradnabenmotor, mit dem die meisten unserer E-Bikes ausgestattet sind. Hier zeichnet sich die Position des Motors durch eine unmittelbare Kraftübertragung auf das Bike aus. Weil Hinterradmotoren stets mit einer Kettenschaltung kombiniert werden, wie beispielsweise unserer hochwertigen Shimano-Gangschaltung, ist keine Rücktrittbremse verbaut.

Die verschiedenen Arten der Pedelec Rücktrittbremsen

Grundsätzlich wird zwischen zwei Varianten einer Pedelec Rücktrittbremse unterschieden - es gibt einerseits die Trommelbremse, andererseits auch die Scheibenbremse.

Schaltungsarten und die Rücktrittbremse

Unterschieden wird heutzutage bei E-Bikes und E-Klapprädern zwischen Ketten- und Nabenschaltungen. Bist du mit deinem Pedelec eher sportlich unterwegs, ist eine Kettenschaltung für dich das Richtige. Mit dieser hast du den Vorteil, den Gang in jeder Fahrsituation ändern zu können. Trotzdem ist diese Schaltungsart etwas anfälliger für Wartungen, zudem lässt sie sich nicht mit einer Rücktrittbremse kombinieren. Bei der Nabenschaltung ist es hingegen so, dass du den Druck vom Pedal nimmst und dadurch langsamer wirst. Fährst du ohnehin eher gemütlich, wird dich das kaum stören. Zudem kann hier eine Rücktrittbremse verbaut werden, welche für mehr Sicherheit bei Nässe sorgen kann.

 

Rücktrittbremse Pro /Contra - was sind die Vor- und Nachteile?

Vorteile: Zu einem der wichtigsten Vorteile einer Rücktrittbremse ist, dass Menschen mit weniger Handkraft in der Regel problemlos den Rücktritt betätigen und somit sicher bremsen können. Dieselbe Wirkung lässt sich aber auch erzielen, wenn du dich für ein E-Bike mit hydraulischer Handbremse entscheidest. Auch hier benötigst du wenig Kraft, um eine gute Bremswirkung zu erzielen.
Häufig wird als Vorteil zudem genannt, dass sich während der Betätigung der Rücktrittbremse noch Handzeichen im Straßenverkehr geben lassen. Dennoch ist es kaum möglich, mit dieser Bremsart gut dosiert zu bremsen. Es ist somit oft nicht leicht, gleichzeitig in eine andere Straße einzubiegen, abzubremsen und Handzeichen zu geben. Hier zeigt sich, dass ein Elektro-Klapprad ohne Rücktrittbremse für einige Menschen angenehmer sein könnte.
Weiterhin positiv anzumerken ist, dass die Rücktrittbremse allgemein als zuverlässig, robust und verschleißarm gilt.

Nachteile:
Es gibt aber auch negative Aspekte bei der Rücktrittbremse: So kann sie sich leicht bei langen Talfahrten überhitzen. Zwar ist dies auch bei anderen Bremssystemen möglich, allerdings mit anderen möglichen Konsequenzen. Denn bei einer Rücktrittbremse kann es dann zum Verdampfen des Schmierfetts kommen, was die Bremswirkung aufhebt und sehr riskant wäre. Nutzt du ein Bike mit Rücktrittbremse, solltest du dieser auf längeren Talfahrten in jedem Fall immer wieder Zeit zum Abkühlen gewähren.
Weiterhin zu beachten ist, dass die Bremskraft in hohen Gängen eher geringer ist. Bei einer Nabenschaltung hängt die Bremskraft stets vom jeweiligen Gang ab.

Solltest du dich für ein Bike mit Rücktrittbremse entscheiden, kann hin und wieder eine Wartung erforderlich sein. Dazu gehören unter anderem Aufgaben wie das Nachjustieren der Bremse oder das Schmieren des Bremsmantels mit geeignetem Fett.

Fazit: Ein myvélo E-Bike ist auch ohne Rücktrittbremse ein praktischer Begleiter

Wenn du dich für eines unserer hochwertigen myvélo E-Bikes entscheidest, wirst du feststellen, dass unsere Bikes hauptsächlich ohne Rücktrittbremse auskommen. Zwar gibt es noch immer viele Modelle auf dem Markt, bei der du dieses Bremssystem finden kannst, aufgrund der sinkenden Nachfrage wird die Auswahl jedoch geringer und ist beim klassischen E-Bike ohnehin sehr klein. Ehe du eine Entscheidung triffst, empfehlen wir dir ein genaues Abwägen von Rücktrittbremse Pro /Contra.

Fabian Huber
Fabian Huber


Schreibe einen Kommentar

Kommentare werden vor der Veröffentlichung genehmigt.