Oktober 13, 2021 5 Minute(n) Lesezeit

MĂ€nner und Frauen sind unterschiedlich. Das ist zumindest körperlich sehr offensichtlich. Doch brauchen sie deshalb auch ein anderes E-Bike als MĂ€nner? In diesem Artikel klĂ€ren wir darĂŒber auf, welche Unterschiede es gibt und worauf Damen beim E-Bike-Kauf achten sollten.

Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es vor allem Damen- und HerrenfahrrĂ€der. FĂŒr die Frauen war das typische Cityrad mit tiefem Einstieg vorgesehen, fĂŒr die MĂ€nner gab es das klassische Tourenrad mit Querstange – unter Experten auch Oberrohr genannt. Diese Zeiten sind vorbei. Heute ist das Angebot an FahrrĂ€dern kaum zu ĂŒberschauen und sehr ausdifferenziert. Nahezu fĂŒr jedes BedĂŒrfnis gibt es das passende Fahrrad. Angesichts dieser Vielfalt ist die Aufteilung in Damen- und HerrenrĂ€der nicht mehr ausreichend, auch wenn sie immer noch vorkommt. 

E Bike Damen

Welches ist der passende Rahmen fĂŒr ein E Bike Damen?

Der offensichtlichste Unterschied von FahrrĂ€dern ist der Rahmen. Deshalb erst mal einen kurzen Einblick ĂŒber die verschiedenen Rahmenformen. Zu den Klassikern des Rahmenbaus gehört der Diamantrahmen, mit dem die typische Form eines Fahrrads charakterisiert wird. Im Kern besteht er aus drei Rohren, dem waagerechten Oberrohr, Unterrohr und Sitzrohr. Daraus ergibt sich eine Dreiecksform, die durch Streben am Hinterbau und Gabel sowie Steuerrohr im vorderen Teil vervollstĂ€ndigt wird. Am Ende lassen sich je nach Betrachtung zwei oder drei Dreiecke erkennen. Daher der Name Diamant. Diese Konstruktion gilt als sehr stabil und verwindungsfest. Bei neueren, sportlicheren RĂ€dern wie MTBs, RennrĂ€dern oder TourenrĂ€dern sieht man immer öfter ein nach hinten leicht geneigtes Oberrohr. Dadurch bleibt der Rahmen noch stabil, bietet aber mehr Spielraum fĂŒr zusĂ€tzlichen Komfort. Ist das Oberrohr dagegen sehr stark abgeschrĂ€gt, spricht man von einem Trapezrahmen. UrsprĂŒnglich wurden damit DamenrĂ€der ausgestattet, heute spricht man eher von einem Unisex-Rahmen. Sein Vorteil besteht im komfortableren Aufsteigen, ohne an StabilitĂ€t und Ergonomie einzubĂŒĂŸen. Als letzte Kategorie sei noch der Wave-Rahmen genannt, der ĂŒblicherweise bei CityrĂ€dern zum Einsatz kommt und durch einen tiefen Einstieg charakterisiert ist. Viele E-Bikes sind mit einem solchen Rahmen ausgestattet, weil dieser auch Ă€lteren Radfahrern und Radfahrerinnen ein sicheres und komfortables Fahren ermöglicht.

Ist die Geometrie entscheidend bei einem Damen E Bike?

Zwar lassen sich die meisten E-Bikes einer dieser drei Kategorien zuordnen, eine geschlechtsspezifische Einordnung ist dies aber nicht. Sicher werden E-Bikes mit tiefem Einstieg vor allem von Frauen gefahren. So ist unser Modell Ibiza gerade bei Frauen sehr beliebt. Bei den E-Bikes der Kategorie City zeigt sich allerdings, dass auch das Alter eine wichtige Rolle fĂŒr diese Auswahl spielt. Dennoch gibt es ein paar Besonderheiten, die Frauen beim Rahmen berĂŒcksichtigen sollten. Das hat weniger mit der Rahmenform zu tun als mit seiner GrĂ¶ĂŸe und speziellen Geometrie. Die Proportionen mĂ€nnlicher und weiblicher Körper sind verschieden. Frauen haben – natĂŒrlich nur im Durchschnitt – einen kĂŒrzeren Oberkörper, dafĂŒr aber lĂ€ngere Beine. Dieses VerhĂ€ltnis von BeinlĂ€nge zu OberkörperlĂ€nge ist wichtig fĂŒr die Rahmengeometrie. Die Fahrradindustrie bietet deshalb immer öfter auch speziell entwickelte Frauenrahmen an. Diese sehen auf den ersten Blick genauso aus wie das Herrenrad, sind aber in den Details an die weiblichen Proportionen angepasst. Meist ist das Oberrohr etwas kĂŒrzer. Dadurch verĂ€ndert sich die gesamte Rahmengeometrie und sorgt unter anderem fĂŒr eine etwas aufrechtere Sitzposition. Aber keine Sorge, die grundsĂ€tzliche FunktionalitĂ€t und Spritzigkeit wird dadurch nicht eingeschrĂ€nkt. Je nach Einsatzgebiet kann es sich also lohnen, einen speziellen Frauen-Rahmen auszuwĂ€hlen. Üblich sind allerdings Unisex-Rahmen, die mit einer entsprechend weitgefĂ€cherten  Auswahl an RahmengrĂ¶ĂŸen beiden Geschlechtern gerecht werden und sich, wenn es gar nicht passt, beispielsweise mit einem kĂŒrzeren Vorbau anpassen lassen. Weil Frauen – auch hier nur wieder der Durchschnitt – oftmals kleiner sind, benötigen sie auch kleinere FahrrĂ€der. Die Auswahl der richtigen RahmengrĂ¶ĂŸe ist deshalb viel entscheidender als die Rahmenform. RahmengrĂ¶ĂŸen von 48 bis 54 sind fĂŒr Frauen ĂŒblich. Liegt man zwischen zwei GrĂ¶ĂŸen, sollte man sich immer fĂŒr die kleinere Version entscheiden. Ein etwas zu kleines E-Bike lĂ€sst sich problemlos anpassen, ein zu großes Rad ist einfach zu groß.

Wie wichtig sind Sattel, Lenker und Co.?

Auch bei den weiteren Komponenten lassen sich ein paar spezifische Besonderheiten fĂŒr Frauen berĂŒcksichtigen. Das kann beispielsweise ein etwas schmalerer Lenker sein, weil Frauen meist etwas Schmaler sind und dadurch eine geringere Griffweite haben. Vor allem wenn lĂ€ngere Distanzen mit einem Rad zurĂŒckgelegt werden sollen, machen solche Aspekte den Unterschied zwischen Komfort und verspannten Schultern. Das gilt auch fĂŒr den Sattel, der zweifellos der wichtigste Kontaktpunkt mit dem Fahrrad ist. Auch hier bietet der Handel eine große Auswahl. Welcher Sattel am besten passt, lĂ€sst sich nur durch Ausprobieren feststellen. Als groben Anhaltspunkt fĂŒr die Breite des Sattels kann man die Sitzposition auf dem Fahrrad nehmen. Je aufrechter die Sitzposition, um so breiter sollte der Sattel sein. Ob ein Mann oder eine Frau auf dem Sattel sitzt, spielt dabei erst mal keine Rolle. Auswirkungen hat auch die Polsterung des Sattels. Bei E-Bikes die vor allem fĂŒr kurze Zeit und auf kurzen Wegen im Alltag genutzt werden, darf die Polsterung durchaus etwas dicker ausfallen. FĂŒr den sportlichen Einsatz ĂŒber mehrere Stunden ist dagegen ein harter Sattel vorteilhafter. Hört sich erst mal seltsam an, liegt aber an der FĂ€higkeit des Körpers, sich an die Belastung anzupassen. Über mehrere Stunden auf einem stark gepolsterten Sattel zu fahren, wird dann eher als unangenehm empfunden.

Die meisten Satteltypen werden als Unisex-Versionen angeboten. Aber es gibt auch speziell fĂŒr Frauen konzipierte Versionen, die sich an der anderen Physionomie von Frauen orientieren und meist auch entsprechend gekennzeichnet sind. Dennoch können Frauen mit einem Unisex-Sattel gut zurechtkommen, denn tatsĂ€chlich kommt es vor allem auf den Abstand der Sitzknochen an und in welcher Position man auf dem E-Bike sitzt. Meist sind E-Bikes wie beispielsweise unser Palermo zunĂ€chst mit einem Unisex-Sattel ausgestattet. ZusĂ€tzlichen Komfort kann dann eine gefederte SattelstĂŒtze bieten, die sich zudem an das geringere Gewicht von Frauen anpassen lĂ€sst.

E Bike Damen

Was sind die Besonderheiten von E-Bikes fĂŒr Damen?

Wir haben bis hierher gesehen, dass die Unterschiede fĂŒr Damen und Herren gar nicht so sehr ins Gewicht fallen. Viel wichtiger ist es, ein Fahrrad fĂŒr den richtigen Einsatzzweck zu haben. Eine Fahrerin, die gerne sportlich unterwegs ist, wĂŒrde vermutlich mit einem City-Rad nicht glĂŒcklich, ebenso eignet sich ein E-MTB nur bedingt fĂŒr lĂ€ngere Radreisen. Deshalb ist Komfort ein weiteres Merkmal beim Fahrradkauf. Der wird neben den bereits genannten Aspekten auch durch das Handling des Fahrrads beeinflusst. Weil E-Bikes nicht nur der mechanischen Energie durch den Fahrer bzw. der Fahrerin ausgesetzt sind, sondern zusĂ€tzlich noch die Kraft eines Elektromotors auf den Rahmen einwirkt, werden hier besonders hohe Anforderungen an die StabilitĂ€t gestellt. Und die sind deshalb auch schwerer. WĂ€hrend ein gutes Tourenrad mit 14 bis 16 Kilogramm Gewicht auskommt, wird die elektrische AusfĂŒhrung deutlich ĂŒber 20 Kilogramm liegen. Das macht sich allerdings kaum bemerkbar, weil der Motor immer genĂŒgend UnterstĂŒtzung bietet. Nur wenn man sein E-Bike mal schieben muss, merkt man schnell das höhere Gewicht. Doch dafĂŒr sind die E-Bikes von myvĂ©lo mit einer Standgas-Funktion ausgestattet. Einfach auf einen Knopf am Cockpit drĂŒcken und schon unterstĂŒtzt der Motor bis zu einer angenehmen Schrittgeschwindigkeit von rund 6 km/h.

Wie wichtig ist die richtige Ausstattung an einem Damen E Bike?

Eine Besonderheit von MĂ€nnern und Frauen gibt es beim Fahrradkauf. Damit ist nicht das Klischee des pinken Rahmens oder ein Blumenmuster gemeint. Vielmehr geht es Frauen viel öfter um Alltagstauglichkeit und Komfort. Eine komplette Ausstattung mit GepĂ€cktrĂ€ger, leicht gĂ€ngigen Bremsen, Schutzblechen und Licht gehört fĂŒr viele Frauen einfach dazu. Bei myvĂ©lo sind die meisten E-Bikes mit diesen Komponenten ausgestattet oder können nachgerĂŒstet werden. FĂŒr Fahrerinnen, die ein sportliches E-Bike bevorzugen, aber dieses auch im Alltag nutzen wollen, haben wir die Equipped-Modelle, wie beispielsweise unser Palermo EQP. Sie gelten auch als die SUVs unter den myvĂ©lo E-MTBs, die ihre sportlichen Gene nicht verstecken, zusĂ€tzlich aber mit einem leichten handgefrtigeten GepĂ€cktrĂ€ger ausgestattet sind und mit einer leistungsstarken busch+mĂŒller IQ-Beleuchtung immer auch fĂŒr den richtigen Durchblick sorgen. So lassen sich Alltagstauglichkeit, Komfort und Sportlichkeit miteinander vereinen. Wer dennoch nicht auf den bei Frauen beliebten Fahrradkorb verzichten will, findet auch dafĂŒr den nötigen Platz.

Fabian Huber
Fabian Huber


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