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Hinterradmotor E-Bike

Der Hinterradmotor sitzt in der Nabe des Hinterrads und treibt es direkt an – unabhängig von Kette und Schaltung. Dieser Artikel erklärt Funktion, Vor- und Nachteile, den Vergleich mit dem Mittelmotor und für wen sich der Hinterradantrieb lohnt.

Was ist ein Hinterradmotor beim E-Bike?

Ein Hinterradmotor – auch Hinterradnabenmotor, Heckmotor oder als Antriebskonzept Hinterradantrieb genannt – ist ein Elektromotor, der in der Nabe des Hinterrads eines E-Bikes verbaut ist. Er sitzt also direkt im Hinterrad und treibt es unmittelbar an, ohne dabei auf die Kette oder das Getriebe des Fahrrads angewiesen zu sein.

Hinterradmotoren gehören neben dem Mittelmotor zu den am weitesten verbreiteten Antriebskonzepten bei Pedelecs und E-Bikes. Sie sind besonders bei City-Bikes, E-Klapprädern und Einsteigermodellen beliebt.


Wie funktioniert ein Hinterradnabenmotor?

Der Motor ist direkt in die Hinterradnabe integriert. Wenn Du in die Pedale trittst, misst ein Sensor (meist ein Drehmomentsensor oder einfacher Trittfrequenzsensor) Deine Tretbewegung und gibt ein Signal an den Motor weiter. Dieser dreht die Nabe – und damit das Hinterrad – mit elektrischer Unterstützung.

Da die Kraftübertragung direkt am Rad erfolgt und nicht über Kette oder Ritzel läuft, arbeitet der Nabenmotor unabhängig vom Antriebsstrang. Du kannst sogar mit einem Defekt an der Kette noch elektrisch vorwärtskommen.

Es gibt zwei Grundprinzipien:

  • Direktantrieb (Direct Drive): Der Motor dreht sich mit der gleichen Geschwindigkeit wie das Rad. Vorteil: nahezu verschleißfrei, ermöglicht Rekuperation. Nachteil: schwerer und weniger effizient bei niedrigen Geschwindigkeiten.
  • Getriebenabe (Geared Hub Motor): Ein internes Planetengetriebe setzt die hohe Motordrehzahl auf die nötige Radgeschwindigkeit herunter. Vorteil: leichter, effizienter im Stadtverkehr, gutes Anfahrdrehmoment. Nachteil: etwas mehr Verschleiß durch mechanische Teile.

Die meisten Alltagsmodelle – darunter auch die von Bafang – setzen auf Getriebenaben.


Technische Merkmale

Merkmal Typische Werte
Nennleistung 250 W (für Straßenzulassung als Pedelec)
Spitzenleistung bis zu 500–750 W (je nach Modell)
Drehmoment 40–80 Nm
Gewicht 2–5 kg
Unterstützungsgeschwindigkeit bis 25 km/h (Pedelec) bzw. 45 km/h (S-Pedelec)
Sensortyp Trittfrequenz- oder Drehmomentsensor

In Deutschland und der EU muss ein Pedelec auf eine Motorunterstützung bis 25 km/h begrenzt sein und darf maximal 250 W Nennleistung haben, um ohne Führerschein und Versicherungskennzeichen gefahren werden zu dürfen.


Vorteile des Hinterradmotors

  • Wartungsarm: Da der Motor unabhängig von Kette und Kassette arbeitet, entsteht dort kein Mehraufwand durch den Antrieb.
  • Leises Laufgeräusch: Nabenmotoren arbeiten nahezu geräuschlos – angenehm im Stadtverkehr.
  • Typisches Schub-Gefühl: Die Unterstützung fühlt sich an wie ein sanfter Anschub von hinten – intuitiv und angenehm.
  • Günstiger in der Anschaffung: Hinterradmotoren sind in der Herstellung einfacher und kostengünstiger als Mittelmotoren.
  • Kein Widerstand bei ausgeschaltetem Motor: Gerade ältere Mittelmotoren (z. B. erste Bosch-Generationen) erzeugten spürbaren Widerstand, wenn der Motor aus war. Nabenmotoren laufen in der Regel frei durch.
  • Kompakte Bauform: Ideal für E-Klappräder und Stadtbikes, wo Platz und Gewicht zählen.

Nachteile des Hinterradmotors

  • Kein Vorteil aus der Gangschaltung: Der Motor arbeitet unabhängig vom Getriebe. Bei steilen Steigungen fehlt deshalb die effiziente Drehzahlanpassung, die ein Mittelmotor über die Kette bietet.
  • Reifenwechsel aufwendiger: Da der Motor in der Nabe sitzt, ist das Wechseln des Hinterreifens im Vergleich zu einem normalen Fahrrad umständlicher.
  • Schlechtere Gewichtsverteilung als Mittelmotor: Das Gewicht liegt hinten-unten; bei Mountainbikes oder sportlichen Touren kann das das Handling beeinflussen.
  • Eingeschränkte Kompatibilität: Nicht alle Rahmenformen oder Bremstypen vertragen sich gleich gut mit Nabenmotoren; bei einer Nabenschaltung ist die Kombination technisch anspruchsvoller.

Hinterradmotor vs. Mittelmotor – der Vergleich

Kriterium Hinterradnabenmotor Mittelmotor
Gewichtsverteilung Hecklastig Zentral (optimal)
Fahrgefühl Schub von hinten Natürlich, wie beim Treten
Steigungstauglichkeit Mittel Sehr gut (nutzt Gangschaltung)
Kettenbelastung Keine Erhöht
Wartung Antrieb Gering Kette/Kassette stärker beansprucht
Preis Günstiger Teurer
Eignung Stadt, Pendeln, Klappräder Touren, MTB, Hügel
Rekuperation Möglich (Direktantrieb) Nicht üblich

Für den Alltag in der Stadt oder auf flachem Gelände ist der Hinterradmotor meist die bessere Wahl – einfacher, günstiger, leiser. Wer regelmäßig Steigungen bewältigen oder sportlich fahren möchte, greift eher zum Mittelmotor.


Für wen ist der Hinterradmotor geeignet?

Der Hinterradnabenmotor ist die richtige Wahl, wenn Du:

  • täglich in der Stadt pendelst und dabei wenig Wartungsaufwand möchtest
  • ein E-Klapprad oder Kompaktbike suchst, wo Gewicht und Bauvolumen eine Rolle spielen
  • als Einsteiger unkompliziert in die E-Bike-Welt starten willst
  • auf überwiegend flachen Strecken unterwegs bist

Für sportliche Touren, viele Höhenmeter oder E-MTBs empfiehlt sich eher ein Mittelmotor.


Bekannte Hersteller von Hinterradmotoren

  • Bafang: Weltweit einer der größten Hersteller von E-Bike-Nabenmotoren; robust, günstig und weit verbreitet – unter anderem als Bafang-Heckmotor in den E-Klapprädern von MYVELO.
  • Shimano STEPS E5000/E6000: Nabenmotor-Versionen der bekannten Shimano-Antriebsserie.
  • Ananda: Chinesischer Hersteller mit wachsendem Marktanteil bei OEM-Produktionen.
  • TranzX: Häufig in Einsteigermodellen und Handelsmarken verbaut.

Fazit

Der Hinterradmotor ist ein zuverlässiger, wartungsarmer und kostengünstiger Antrieb, der sich besonders für Stadtfahrten, Pendler und E-Klappräder eignet. Er punktet mit leisem Betrieb, direktem Schubgefühl und geringer Beanspruchung des Antriebsstrangs. Wer jedoch viel Bergstrecke fährt oder ein sportliches Fahrgefühl bevorzugt, sollte einen Mittelmotor in Betracht ziehen. Einen praktischen Eindruck vom Hinterradantrieb bekommst Du bei den E-Klapprädern von MYVELO, die durchgängig auf Bafang-Nabenmotoren setzen.

Zugstufe

Veröffentlicht: 31. Januar 2023  |  Aktualisiert: 24. Juli 2026

Quellen & Referenzen

  • Straßenverkehrsgesetz (StVG) § 1 "Zulassung von Kraftfahrzeugen; Pedelecs bis 250 W und 25 km/h gelten rechtlich als Fahrrad". https://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__1.html
  • Stiftung Warentest (2024). "E-Bike-Motoren im Vergleich (Test 9/2024)".
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Häufige Fragen zu Häufige Fragen zum Hinterradmotor beim E-Bike

Die häufigsten Fragen und Antworten

Der Hinterradmotor kann die Gangschaltung nicht nutzen und ist deshalb an steilen, langen Anstiegen weniger effizient als ein Mittelmotor. Das Gewicht sitzt hinten-unten, was bei sportlichem Fahren das Handling beeinflussen kann, und der Wechsel des Hinterreifens ist etwas aufwendiger, weil der Motor in der Nabe sitzt. Für den Stadt- und Pendelalltag auf überwiegend flachen Strecken fallen diese Nachteile in der Praxis kaum ins Gewicht.

Das hängt vom Einsatzzweck ab. Für Stadt, Pendeln und flaches Gelände ist der Hinterradmotor meist die bessere Wahl: günstiger, leiser, wartungsärmer. Für viele Höhenmeter, Touren oder ein E-MTB spielt der Mittelmotor seine Stärken aus, weil er die Gangschaltung nutzt und eine zentrale Gewichtsverteilung bietet. Eine ausführliche Gegenüberstellung findest Du im Vergleich Mittelmotor und Hinterradnabenmotor.

Grundsätzlich ja – es gibt Umbausätze, mit denen sich ein herkömmliches Fahrrad auf einen Hinterradnabenmotor umrüsten lässt. In der Praxis ist das aber anspruchsvoll: Rahmen, Ausfallenden, Bremsen und Akkubefestigung müssen passen, und die Straßenzulassung als Pedelec ist nur mit geprüften Komponenten (max. 250 W, Unterstützung bis 25 km/h) gegeben. Für die meisten Fahrer ist ein fertig konfiguriertes E-Bike die zuverlässigere und sicherere Lösung.

Ein Hinterradnabenmotor wiegt je nach Bauart und Leistung typischerweise zwischen 2 und 5 Kilogramm. Getriebenaben sind dabei deutlich leichter als Direktantriebe. Weil der Motor kompakt in der Nabe sitzt, eignet er sich besonders gut für leichte E-Klappräder und Stadträder.

Beide Begriffe meinen dasselbe Antriebskonzept: einen Elektromotor, der das Hinterrad direkt antreibt. „Hinterradmotor" beschreibt das Bauteil (der Motor in der Hinterradnabe), „Hinterradantrieb" das Prinzip (die Kraft wirkt am Hinterrad). Gebräuchlich sind außerdem die Bezeichnungen Hinterradnabenmotor, Heckmotor und Nabenmotor.

Hinterradmotoren stecken vor allem in City-E-Bikes, Einsteigermodellen und E-Klapprädern. Bei MYVELO setzen zum Beispiel die E-Klappräder durchgängig auf Bafang-Nabenmotoren – kompakt, leise und wartungsarm, ideal für den urbanen Alltag.

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