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Cleats

Cleats sind die Schuhplatten, mit denen Du in Klickpedale einrastest. Hier erfährst Du, welche Cleat-Systeme es gibt, was Float bedeutet, wie Du Cleats richtig montierst und wann sie gewechselt werden müssen.

Was sind Cleats?

Cleats – auf Deutsch Schuhplatten, Pedalplatten oder Klickplatten – sind kleine Platten aus Kunststoff oder Metall, die unter die Sohle von Radschuhen geschraubt werden. Sie rasten in Klickpedale ein und verbinden Schuh und Pedal fest miteinander. Zum Lösen drehst Du die Ferse nach außen.

Das englische Wort cleat bedeutet ursprünglich „Stollen“ oder „Klampe“ – deshalb heißen im Englischen auch Fußballschuhe mit Stollen cleats. Im Radsport ist aber immer das Verbindungsstück zwischen Schuh und Pedal gemeint.


Welche Cleat-Systeme gibt es?

Cleats und Pedale müssen immer zum selben System gehören. Erkennbar ist das vor allem an der Zahl der Befestigungslöcher in der Schuhsohle.

System Befestigung Bauform Gehkomfort Typischer Einsatz
2-Loch (z. B. Shimano SPD) Zwei Schrauben, Cleat in der Sohle versenkt Kleine Metallplatte Gut – Schuhe mit Profilsohle MTB, Gravel Bike, Trekking, Indoor-Cycling, Pendeln
3-Loch (z. B. Shimano SPD-SL) Drei Schrauben im Dreieck Große Kunststoffplatte Eingeschränkt Rennrad, Triathlon
4-Loch (z. B. Wahoo Speedplay) Vier Schrauben oder Adapterplatte Einrastmechanismus sitzt im Cleat Eingeschränkt Rennrad

Welches Pedalsystem sich für den Einstieg eignet, liest Du im Ratgeber Warum Rennräder ohne Pedale verkauft werden.


Was bedeutet Float?

Der Float ist die freie Drehbewegung, die Dein Fuß im eingeklickten Zustand hat, bevor der Auslösemechanismus greift. Etwas Float lässt Knie und Sprunggelenk ihren natürlichen Bewegungsspielraum und kann Überlastungen vorbeugen. Viele Hersteller kennzeichnen den Float über die Farbe der Cleats:

System Cleat Float Für wen?
Shimano SPD-SL Rot (SM-SH10) 0° Erfahrene Fahrer mit exakt eingestellter Position
Shimano SPD-SL Blau (SM-SH12) 2° Sportliche Fahrer, die etwas Spielraum wollen
Shimano SPD-SL Gelb (SM-SH11) 6° Einsteiger und Fahrer mit empfindlichen Knien
Shimano SPD Schwarz (SM-SH51) 4° Single Release – Auslösen nur seitlich
Shimano SPD Silber (SM-SH56) 4° Multi Release – Auslösen in mehrere Richtungen, ideal für Einsteiger

Die gelben SPD-SL-Cleats liegen Shimano-Rennradpedalen in der Regel bei.


Cleats montieren und einstellen

  1. Sohle vorbereiten: Gewinde und Sohle säubern, die Schrauben bei Bedarf leicht fetten.
  2. Längsposition: Die Pedalachse sollte etwa unter dem Fußballen liegen – zwischen Großzehen- und Kleinzehengrundgelenk. Markiere diese Punkte seitlich am Schuh als Orientierung.
  3. Drehung: Beobachte, wie Deine Füße im Sitzen locker hängen. Die Cleats sollten diese natürliche Fußstellung übernehmen.
  4. Seitliche Position: Sie verändert den Abstand der Füße zueinander und damit den effektiven Q-Faktor. Knie, Hüfte und Fuß sollten beim Treten in einer Linie arbeiten.
  5. Festziehen: Die Schrauben über Kreuz mit dem Drehmomentschlüssel anziehen – typisch sind 5–6 Nm, maßgeblich ist die Herstellerangabe.
  6. Testfahrt: Mehrmals ein- und ausklicken, auf Knie- oder Fußschmerzen achten und bei Bedarf in kleinen Schritten nachjustieren.

Schmerzen im Knie oder taube Zehen deuten häufig auf falsch eingestellte Cleats hin – mehr dazu in Knieschmerzen beim Radfahren und Taubheitsgefühle in Händen oder Füßen. Die optimale Position findest Du mit einem professionellen Bikefitting.


Vor- und Nachteile von Cleats

Vorteile

  • Fester Kontakt zum Pedal – kein Abrutschen bei Nässe, im Sprint oder auf ruppigem Untergrund
  • Reproduzierbare Fußposition auf jeder Fahrt
  • Konstanter Druck aufs Pedal, besonders bei hoher Trittfrequenz und im Wiegetritt
  • Mehr Kontrolle über das Rad bei Sprüngen und Schlägen am Mountainbike

Nachteile

  • Eingewöhnungszeit: Das Ein- und Ausklicken muss geübt werden – Tipps dazu im Ratgeber Klickpedale ohne Angst
  • Spezielle Radschuhe nötig
  • Rennrad-Cleats sind zum Gehen unbequem und verschleißen dabei schnell
  • Falsch eingestellte Cleats können Knie- oder Fußbeschwerden verursachen

Gut zu wissen: Oft heißt es, Cleats seien vor allem deshalb effizienter, weil Du das Pedal zusätzlich hochziehen kannst. Studien zeigen jedoch: Aktives Hochziehen verbessert zwar die sogenannte Pedaleffektivität, senkt aber den Wirkungsgrad. Der größte Vorteil von Cleats liegt in Kontrolle, Sicherheit und einer konstanten Fußposition.


Wann müssen Cleats gewechselt werden?

  • Verschleißmarkierung abgelaufen: Viele Rennrad-Cleats haben Markierungen, an denen Du den Abrieb erkennst.
  • Ungewolltes Ausklicken oder ein schwammiger Halt im Pedal
  • Mehr Spiel als gewohnt oder deutlich schwereres Auslösen
  • Sichtbare Schäden wie abgeriebene Kanten oder gebrochene Kunststoffteile

Wie lange Cleats halten, hängt vor allem davon ab, wie viel Du mit den Radschuhen läufst. Kunststoff-Cleats für das Rennrad halten oft eine Saison, die Metall-Cleats der 2-Loch-Systeme meist deutlich länger. Mit Cleat-Covers schützt Du Rennrad-Cleats beim Gehen.


Cleats und Leistungsmesspedale

Leistungsmesspedale wie die Wahoo POWRLINK ZERO messen Deine Leistung direkt am Pedal und werden ebenfalls mit Cleats gefahren. Praktisch ist das vor allem, wenn Du zwischen mehreren Rädern wechselst. Weitere Modelle findest Du in der Kategorie Powermeter.


Abgrenzung

  • Flat-Pedals und Bärentatzen funktionieren ohne Cleats – der Schuh steht frei auf dem Pedal.
  • Klickpedale sind das Gegenstück zum Cleat und nehmen die Schuhplatte auf.
  • Kombipedale haben auf einer Seite einen Klickmechanismus und auf der anderen eine flache Plattform.
Schnellspanner

Veröffentlicht: 7. September 2025  |  Aktualisiert: 17. September 2026

Quellen & Referenzen

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Häufige Fragen zu Häufige Fragen zu Cleats

Die häufigsten Fragen und Antworten

Cleats sind Schuhplatten, die unter spezielle Radschuhe geschraubt werden und in Klickpedale einrasten. So entsteht eine feste Verbindung zwischen Schuh und Pedal, die Du durch Drehen der Ferse nach außen wieder löst.

Cleats heißen auf Deutsch Schuhplatten, Pedalplatten oder Klickplatten. Das englische Wort „cleat“ bedeutet eigentlich Stollen oder Klampe.

SPD-Cleats sind kleine 2-Loch-Metallplatten, die in der Sohle versenkt sind – gut zum Gehen und typisch für MTB, Gravel Bike und Alltag. SPD-SL-Cleats sind große 3-Loch-Kunststoffplatten für Rennradpedale mit großer Auflagefläche, zum Gehen aber unpraktisch. Beide Systeme sind nicht miteinander kompatibel.

Für Einsteiger eignen sich Cleats mit viel Float und leichter Auslösung: am Rennrad die gelben SPD-SL-Cleats mit 6° Float, am Mountainbike oder Trekkingrad Multi-Release-Cleats wie die Shimano SM-SH56, die sich in mehrere Richtungen lösen lassen.

Das hängt vor allem davon ab, wie viel Du mit den Schuhen läufst. Kunststoff-Cleats für das Rennrad halten oft eine Saison, Metall-Cleats für 2-Loch-Systeme meist deutlich länger. Spätestens wenn die Verschleißmarkierung abgelaufen ist oder das Auslösen unzuverlässig wird, solltest Du sie tauschen.

Nein. Rennradschuhe haben meist eine 3-Loch-Aufnahme, MTB-Schuhe eine 2-Loch-Aufnahme. Einige Schuhe bieten beide Bohrbilder, für 4-Loch-Systeme gibt es Adapter. Normale Sneaker oder Flat-Pedal-Schuhe können keine Cleats aufnehmen.

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