Die gute Nachricht: Mit der richtigen Technik, gezielten Übungen und einem professionellen Bikefitting lassen sich Rückenschmerzen vermeiden oder deutlich reduzieren.
Warum Rückenschmerzen beim Radfahren auftreten
Das Radfahren beansprucht die Rückenmuskulatur stark, insbesondere unterer Rücken, Lendenbereich und Schultergürtel. Bei falscher Sitzposition oder Überlastung kann die Muskulatur nicht optimal arbeiten, Verspannungen entstehen, und Schmerzen sind die Folge.
Typische Ursachen
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Zu tiefer oder zu weiter Vorbau / Lenker
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Ist der Lenker zu tief, muss sich der Oberkörper stark nach vorne beugen.
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Bei zu langem Vorbau werden Schultern und Nacken übermäßig belastet, die Rückenmuskulatur wird dauerhaft angespannt.
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Tipp: Lenkerhöhe und Vorbau so wählen, dass der Oberkörper leicht nach vorne geneigt ist, ohne die Schultern hochzuziehen.
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Falsche Sattelhöhe oder -position
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Zu niedriger Sattel: Der Rücken rundet sich stark, Belastung auf Lendenwirbelsäule steigt.
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Zu hoher Sattel: Beinhaltet ein Überstrecken der Hüfte, was den unteren Rücken belastet.
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Optimierung: Beim Pedalieren sollte das Becken stabil bleiben, das Knie leicht gebeugt sein und die Wirbelsäule eine natürliche Haltung behalten.
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Schwache Rumpfmuskulatur
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Eine schwache Rücken- oder Bauchmuskulatur kann die Wirbelsäule nicht ausreichend stabilisieren.
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Resultat: Muskelverspannungen, Schmerzen im unteren Rücken oder Nacken.
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Lösung: Regelmäßiges Core-Training (Planks, Rückenstrecker, Seitstütze) entlastet den Rücken beim Radfahren.
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Langes Fahren ohne Pausen
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Dauerhafte Belastung ohne Lockerung der Muskulatur führt zu Verspannungen.
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Tipp: Bei längeren Touren regelmäßige Pausen einlegen, Schultern und Arme lockern.
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Ungünstige Bewegungsabläufe
Soforthilfe bei Rückenschmerzen
Wenn der Rücken bereits schmerzt, helfen folgende Maßnahmen:
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Lockerungsübungen: Schultern, Nacken und unteren Rücken leicht dehnen.
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Kurze Pausen einlegen: Aus dem Sattel gehen, Arme über Kopf strecken, leichte Rotation der Wirbelsäule.
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Wärmeanwendungen: Wärme entspannt verspannte Muskulatur, Kälte kann bei akuten Entzündungen helfen.
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Rumpf- und Rückenübungen: Leichte Kräftigung kann das Problem mittelfristig lindern.
Langfristige Lösung: Bikefitting
Viele Rückenschmerzen entstehen durch eine suboptimale Sitzposition. Hier setzt ein professionelles Bikefitting an:
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Anpassung der Sattelhöhe und -position
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Optimale Lenkerhöhe und Vorbaulänge
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Analyse der Beweglichkeit und der Muskulatur
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Optimierung der Körperhaltung für den Oberkörper
Das Ergebnis: weniger Verspannungen, eine ergonomische Haltung und deutlich mehr Komfort auf längeren Strecken. Gleichzeitig steigt die Tretleistung, weil die Muskulatur effizienter arbeitet.
👉 Mehr dazu erfährst du hier: Bikefitting – so findest du die perfekte Sitzposition
Prävention: So beugst du Rückenschmerzen vor
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Regelmäßige Kontrolle von Sattel und Lenker – kleine Anpassungen können Rückenschmerzen verhindern.
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Aufwärmen vor längeren Touren – 5–10 Minuten leichtes Treten reicht oft aus.
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Rumpf- und Rückenkräftigung – Core-Training stabilisiert die Wirbelsäule und entlastet die Rückenmuskulatur.
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Pausen einlegen – besonders auf langen Touren, um Muskelverspannungen vorzubeugen.
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Auf die Körperhaltung achten – Schultern locker, Oberkörper stabil, Wirbelsäule in neutraler Position.
Fazit
Rückenschmerzen beim Radfahren sind weit verbreitet, müssen aber nicht zum Dauerproblem werden. Häufig liegen die Ursachen in falscher Sitz- und Lenkerposition, Überlastung oder mangelnder Stabilität der Rumpfmuskulatur. Wer auf die richtige Technik achtet, gezielte Übungen macht und ggf. ein professionelles Bikefitting nutzt, kann Beschwerden vorbeugen, die Leistung steigern und wieder entspannt Radfahren.