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Felge

Die Felge ist der äußere Ring des Laufrads, auf dem der Reifen sitzt. Hier erfährst Du, wie eine Fahrradfelge aufgebaut ist, welche Felgenarten und Felgengrößen es gibt und worauf Du bei Maulweite, Material und Bremssystem achten solltest.

Was ist eine Felge?

Die Felge ist der äußere Ring eines Fahrradlaufrads, auf dem der Reifen montiert wird. Über die Speichen ist sie mit der Nabe verbunden – Nabe, Speichen und Felge bilden zusammen das Laufrad. Die Felge trägt das Gewicht von Fahrer und Fahrrad, hält den Reifen in Position und dient bei Felgenbremsen zusätzlich als Bremsfläche.

Umgangssprachlich wird „Felge“ oft für das ganze Laufrad verwendet – technisch ist aber nur der Ring gemeint. Das Wort geht auf das althochdeutsche felga zurück, das ursprünglich die gebogenen Holzsegmente eines Wagenrads bezeichnete.


Wie ist eine Fahrradfelge aufgebaut?

Bauteil Funktion
Felgenflanken Seitenwände der Felge; ihre oberen Kanten, die Felgenhörner, halten den Reifenwulst
Felgenbett Vertiefter Mittelbereich; erleichtert die Reifenmontage und wird mit Felgenband oder Tubeless-Band abgedeckt
Bremsflanke Plane Außenfläche als Reibfläche für V-Brakes und Felgenbremsen am Rennrad – fehlt bei Disc-Felgen
Speichenlöcher Aufnahme der Nippel; typisch sind 20 bis 36 Löcher
Ventilloch Für Sclaverand- oder Schrader-Ventil
Hohlkammer Innerer Hohlraum für hohe Stabilität bei geringem Gewicht
Ösen Metallhülsen, die bei manchen Felgen die Speichenlöcher verstärken

Welche Felgenarten gibt es?

Nach Bauweise

  • Einwandige Felge: Einfaches U-Profil, günstig, aber wenig steif – heute fast nur noch an Kinder- und Billigrädern.
  • Hohlkammerfelge: Zwei oder mehr Kammern machen sie deutlich stabiler. Standard an Rennrad, Mountainbike, Trekkingrad und E-Bike.

Nach Reifensystem

Felgentyp Passende Reifen Besonderheit
Hakenfelge (Hooked, „C“) Draht-, Falt- und Tubeless-Reifen Haken halten den Reifenwulst formschlüssig; auch hohe Drücke möglich
Hookless-Felge (TSS) Nur freigegebene Tubeless-Reifen Gerade Flanken ohne Haken, leichter herzustellen; bei Straßenreifen maximal 5 bar
Tubeless-ready-Felge Tubeless oder mit Schlauch Luftdichtes Felgenbett und Schulter, auf der der Reifen abdichtet
Schlauchreifenfelge (Tubular) Aufgeklebte Schlauchreifen Kein Felgenhorn, vor allem im Profi-Rennsport

Bei Hookless-Felgen hält der Reifen allein durch seinen Wulst und den Luftdruck. Die ETRTO- und ISO-Normen legen hier für Straßenreifen unabhängig von Reifen- und Felgenbreite einen Maximaldruck von 5 bar (72,5 psi) fest.

Nach Bremssystem

  • Felgen für Felgenbremsen haben eine Bremsflanke, die mit der Zeit durch den Bremsabrieb verschleißt.
  • Disc-Felgen für die Scheibenbremse kommen ohne Bremsflanke aus und sind oft leichter und aerodynamischer geformt.

Felgenmaterial: Aluminium, Carbon oder Stahl?

Material Vorteile Nachteile Typischer Einsatz
Aluminium Günstig, robust, verzeiht Schläge Schwerer als Carbon Alltag, Trekking, E-Bike, Einsteiger-Rennrad
Carbon Sehr leicht und steif, aerodynamische Hochprofile möglich Teuer, empfindlich gegen punktuelle Schläge und Hitze bei Felgenbremsen Rennrad, Gravel Bike, MTB-Racing
Stahl Sehr robust, billig Schwer, rostanfällig, schlechte Bremsleistung bei Nässe Historische Räder, Billigräder

Wie Du hochwertige Laufräder schonend behandelst, liest Du im Ratgeber Carbon-Laufräder richtig aufpumpen.


Felgengröße: So liest Du die Maße richtig

Die Felgengröße wird nach der Norm der ETRTO (ISO 5775) in Millimetern angegeben – als Maulweite x Felgendurchmesser, zum Beispiel 622x19C.

  • Felgendurchmesser: Der Durchmesser des Felgensitzes, auf dem der Reifenwulst aufliegt.
  • Maulweite: Der innere Abstand zwischen den Felgenhörnern. Sie bestimmt, welche Reifenbreiten passen.
  • „C“ steht für eine Hakenfelge, „TSS“ (Tubeless Straight Side) für eine Hookless-Felge.
Alltagsbezeichnung ETRTO-Durchmesser Typische Räder
28 Zoll / 700C 622 mm Rennrad, Gravel Bike, Trekkingrad
29 Zoll 622 mm Mountainbike
27,5 Zoll / 650B 584 mm Mountainbike, Gravel Bike, E-Bike
26 Zoll 559 mm Ältere Mountainbikes, Fatbikes
24 Zoll 507 mm Kinder- und Jugendräder
20 Zoll 406 mm Klappräder, E-Klappräder, BMX

Die Zollangaben sind historisch gewachsen und beschreiben eigentlich den ungefähren Außendurchmesser des Reifens. Deshalb teilen sich 28 und 29 Zoll denselben Felgendurchmesser von 622 mm.

Welche Reifenbreite passt auf welche Felge?

Maulweite (innen) Reifenbreite (Richtwert) Einsatz
17–19 mm 23–32 mm Klassisches Rennrad
21–25 mm 28–40 mm Modernes Rennrad, Endurance, Gravel Bike
25–30 mm 38–55 mm bzw. 2,2–2,4 Zoll Gravel Bike, Cross-Country, Trekking
30–35 mm 2,3–2,6 Zoll Trail, Enduro, E-MTB
60–100 mm 3,8–5 Zoll Fatbike

Verbindlich sind immer die Freigaben von Felgen- und Reifenhersteller. Warum breitere Reifen auf breiteren Felgen oft schneller und komfortabler sind, erklärt der Ratgeber Warum die Reifenbreite Deines Rennrads mehr zählt, als Du denkst. Die MYVELO Rennräder wie das Verona rollen serienmäßig auf 28 mm breiten Tubeless-Reifen.


Felgenverschleiß erkennen

  • Bremsflanke: Viele Felgen für Felgenbremsen haben eine Verschleißanzeige – eine umlaufende Rille oder kleine Bohrungen. Ist sie nicht mehr sichtbar oder ist die Flanke hohl geschliffen, muss die Felge ersetzt werden.
  • Risse an Speichenlöchern oder an der Felgenstoßstelle: Felge sofort austauschen.
  • Höhen- oder Seitenschlag: Lässt sich meist mit dem Nippelspanner im Zentrierständer beheben.
  • Dellen im Felgenhorn nach Schlaglöchern: Der Reifen sitzt dort nicht mehr sicher, Tubeless-Reifen dichten schlecht ab.

Disc-Felgen verschleißen nicht durch das Bremsen und halten deshalb meist deutlich länger.


Felgen am E-Bike

E-Bikes sind schwerer und werden mit höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten gefahren. Ihre Felgen sind deshalb meist stabiler ausgelegt: Hohlkammerprofil, 32 oder 36 Speichenlöcher und eine höhere zulässige Systemlast. Bei Nabenmotoren wirkt das Antriebsmoment direkt über Speichen und Felge – hier sind kräftige Speichen und eine stabile Felge besonders wichtig. Für breite Fatbike-Reifen gibt es spezielle Felgen mit sehr großer Maulweite, mehr dazu im Fatbike-Reifen-Ratgeber.

Schnellspanner

Veröffentlicht: 28. März 2025  |  Aktualisiert: 17. September 2026

Quellen & Referenzen

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Häufige Fragen zu Häufige Fragen zur Fahrradfelge

Die häufigsten Fragen und Antworten

Die Felge ist der äußere Ring des Laufrads, auf dem der Reifen sitzt. Sie ist über Speichen mit der Nabe verbunden, trägt die Last von Fahrer und Fahrrad und dient bei Felgenbremsen gleichzeitig als Bremsfläche.

Das Laufrad besteht aus Nabe, Speichen, Nippeln und Felge – die Felge ist also nur ein Teil davon. Im Alltag wird „Felge“ trotzdem oft als Synonym für das ganze Rad verwendet.

Am einfachsten liest Du die ETRTO-Angabe auf der Reifenflanke ab, zum Beispiel „37-622“: 622 mm ist der Felgendurchmesser. Die Maulweite steht oft auf einem Aufkleber an der Felge (etwa „622x19C“) oder lässt sich mit einem Messschieber zwischen den Felgenhörnern messen.

Ja, beide haben nach ETRTO einen Felgendurchmesser von 622 mm. Die unterschiedlichen Bezeichnungen haben historische Gründe: „29 Zoll“ steht für die breiteren Mountainbike-Reifen, die den Außendurchmesser vergrößern. Unterschiede gibt es aber bei Maulweite, Stabilität und Achsstandards.

Eine Felge sollte ersetzt werden, wenn die Verschleißanzeige an der Bremsflanke verschwunden ist, Risse an den Speichenlöchern auftreten, das Felgenhorn verbogen ist oder sich Schläge nicht mehr zentrieren lassen. Bei Felgenbremsen hängt die Lebensdauer stark von Fahrweise, Nässe und Schmutz ab.

Hookless-Felgen haben gerade Felgenflanken ohne Haken. Der Tubeless-Reifen hält allein durch seinen Wulst und den Luftdruck. Solche Felgen sind leichter und günstiger herzustellen, erlauben laut ETRTO- und ISO-Norm bei Straßenreifen aber maximal 5 bar und nur ausdrücklich freigegebene Reifen.

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