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Carbon Rennrad – Leicht, steif und aerodynamisch: Was Du wissen solltest

Wenn Du Dich ernsthaft mit Rennrädern beschäftigst, kommst Du an einem Material nicht vorbei: Carbon. Kaum ein anderes Material hat die Welt des Radsports so revolutioniert wie dieses. Doch was genau macht Carbon so besonders? Und lohnt es sich wirklich, auf ein Carbon-Rennrad zu setzen? In diesem Artikel gehen wir auf die wichtigsten Aspekte ein, die Du bei der Wahl eines Rennrads mit Carbonrahmen beachten solltest.

Von Fabian Huber  |  5 Minuten Lesedauer

Carbon Rennrad
Über den Autor Fabian Huber

Fabian hat MYVELO gemeinsam mit Vincent gegründet. Die beiden verbindet eine langjährige Leidenschaft zum Radsport. Gemeinsam sind sie tausende von Kilometern gefahren und haben in der Rennrad-Bundesliga um Siege gekämpft. Aus der langjährigen Erfahrung und dem Wissen, was ein gutes Fahrrad ausmacht, ist die Idee entstanden, MYVELO zu gründen. Jetzt mehr zu MYVELO erfahren

Veröffentlicht: 17. Oktober 2024  |  Aktualisiert: 12. November 2025

 

Was ist Carbon und warum ist es so beliebt?

Carbon, oder genauer gesagt Kohlefaserverstärkter Kunststoff (CFK), besteht aus dünnen Kohlenstofffasern, die zu einem festen und dennoch leichten Material verarbeitet werden. Durch die Art und Weise, wie die Fasern gewebt und mit Harzen verbunden werden, kann die Steifigkeit und Flexibilität des Rahmens sehr gezielt gesteuert werden.

Was Carbon für Dich als Rennradfahrer so attraktiv macht, ist die Kombination aus Leichtigkeit, Steifigkeit und Anpassungsfähigkeit. Ein Carbonrahmen ist in der Regel deutlich leichter als ein Aluminium- oder Stahlrahmen, was beim Klettern und Beschleunigen einen spürbaren Unterschied macht. Gleichzeitig bietet Carbon eine hohe Steifigkeit, die Deine Kraft effizient in Geschwindigkeit umsetzt. Dies ist vor allem bei intensiven Sprints oder steilen Anstiegen von Vorteil.

Wie wird ein Carbon-Rahmen hergestellt?

Die Herstellung eines Carbonrahmens ist ein hochpräziser Prozess, der sich deutlich von der klassischen Aluminiumfertigung unterscheidet. Statt Rohre zu schweißen, werden beim Carbonrahmen einzelne Lagen aus Carbonfasergewebe zu einer leichten, extrem steifen Struktur verbunden.

1. Carbonfasern und Harz

Die Grundlage bildet ein Carbonfasergewebe, das aus tausenden hauchdünnen Kohlenstofffasern besteht. Diese Fasern sind extrem zugfest und gleichzeitig sehr leicht. Um Stabilität zu erreichen, werden sie mit Epoxidharz getränkt und zu sogenannten Prepregs (vorimprägnierten Matten) verarbeitet.

2. Laminataufbau

Im nächsten Schritt werden diese Prepregs lageweise in eine Rahmenform eingelegt. Dabei bestimmt die Ausrichtung der Fasern (0°, 45°, 90°) die Eigenschaften des Rahmens – etwa Steifigkeit, Flex oder Schlagfestigkeit. Hersteller kombinieren gezielt verschiedene Richtungen, um den Rahmen an bestimmten Stellen zu verstärken, z. B. im Tretlager oder Steuerrohrbereich.

3. Aushärtung im Autoklaven

Ist das Laminat aufgebaut, wird die Form unter Hitze und Druck im Autoklaven (einem speziellen Ofen) ausgehärtet. Dabei härtet das Harz aus und verbindet die Fasern dauerhaft zu einer homogenen Struktur. So entsteht ein leichter, hochfester Monocoque-Rahmen.

4. Nachbearbeitung und Qualitätskontrolle

Nach dem Aushärten wird der Rahmen entformt, entgratet und geschliffen. Anschließend folgt eine qualitative Prüfung, bei der Röntgen- oder Ultraschallverfahren mögliche Luftblasen oder Materialfehler aufspüren. Nur perfekt verarbeitete Rahmen gelangen in den Verkauf.

5. Vorteile des Verfahrens

Durch diesen aufwendigen Herstellungsprozess lassen sich präzise abgestimmte Rahmeneigenschaften erzielen: maximale Steifigkeit bei minimalem Gewicht. Gleichzeitig ermöglicht Carbon Designfreiheit – etwa integrierte Kabelverlegung, aerodynamische Rohrformen oder optimierte Vibrationsdämpfung.

Vorteile eines Carbon-Rennrads

Carbon Rennrad

Die Vorteile eines Carbon-Rennrads liegen auf der Hand:

  1. Leichtigkeit: Rennräder aus Carbon gehören zu den leichtesten auf dem Markt. Das geringere Gewicht bedeutet, dass Du weniger Energie aufwenden musst, um das Rad in Bewegung zu bringen – besonders bei Anstiegen wirst Du den Unterschied spüren.

  2. Steifigkeit: Die Steifigkeit eines Carbonrahmens sorgt dafür, dass keine Energie verloren geht. Jedes Watt, das Du in die Pedale trittst, wird direkt in Vortrieb umgewandelt. Das macht sich insbesondere auf flachen Strecken und bei Antritten bemerkbar.

  3. Komfort: Carbonrahmen haben die Fähigkeit, Vibrationen zu absorbieren. Auf längeren Fahrten wirst Du den Komfort eines solchen Rahmens schätzen, da er Unebenheiten der Straße besser abdämpfen kann als herkömmliche Aluminiumrahmen.

  4. Aerodynamik: Da Carbon in nahezu jede Form gebracht werden kann, haben Hersteller die Möglichkeit, besonders aerodynamische Rahmen zu entwickeln. Diese Eigenschaft macht sich vor allem bei hohen Geschwindigkeiten bezahlt, wenn Du den Windwiderstand minimieren willst.

Gibt es auch Nachteile?

So verlockend all diese Vorteile klingen, es gibt natürlich auch einige Aspekte, die Du bei der Entscheidung für ein Carbonrennrad bedenken solltest.

  1. Kosten: Carbonrahmen sind in der Herstellung aufwändiger und teurer als Rahmen aus Aluminium oder Stahl. Wenn Du ein hochwertiges Carbonrennrad haben möchtest, solltest Du bereit sein, tiefer in die Tasche zu greifen.

  2. Empfindlichkeit: Auch wenn Carbon ein sehr widerstandsfähiges Material ist, kann es bei starken Stößen oder Unfällen beschädigt werden. Während ein Aluminiumrahmen eine Beule abbekommt und weiter einsatzfähig bleibt, kann ein Carbonrahmen bei einem Unfall reißen. Regelmäßige Inspektionen auf Risse oder andere Beschädigungen sind daher besonders wichtig.

  3. Reparaturkosten: Falls ein Carbonrahmen beschädigt wird, können die Reparaturkosten deutlich höher ausfallen als bei einem Rahmen aus Metall. In manchen Fällen ist eine Reparatur sogar gar nicht möglich und Du müsstest den Rahmen komplett austauschen.

Für wen lohnt sich ein Carbon-Rennrad?

Die Frage, ob Du ein Carbon-Rennrad brauchst, hängt von mehreren Faktoren ab. Bist Du ein ambitionierter Rennfahrer, der das Beste aus sich herausholen möchte, oder fährst Du hauptsächlich aus Spaß und zur Fitness?

  • Ambitionierte Rennradfahrer: Wenn Du auf Leistung aus bist und jede Sekunde zählt, ist ein Carbonrennrad definitiv die richtige Wahl. Die Kombination aus Leichtigkeit, Steifigkeit und Aerodynamik kann Dir helfen, Deine persönlichen Bestzeiten zu verbessern.

  • Freizeitfahrer: Auch wenn Du hauptsächlich zum Spaß fährst, kann ein Carbon-Rennrad eine tolle Option sein. Der Fahrkomfort und das geringere Gewicht sorgen auch bei längeren Ausfahrten für ein angenehmes Fahrerlebnis. Allerdings solltest Du Dir gut überlegen, ob Du bereit bist, den höheren Preis und die etwas empfindlichere Handhabung in Kauf zu nehmen.

Carbonrahmen im Vergleich zu anderen Materialien

Während Carbon zweifellos die erste Wahl im Profi-Bereich ist, haben auch Rahmen aus Aluminium oder Stahl ihre Berechtigung.

  • Aluminium: Aluminiumrahmen sind oft etwas schwerer als Carbonrahmen, bieten aber ebenfalls eine hohe Steifigkeit und sind preislich günstiger. Für Einsteiger, die ein robustes und erschwingliches Rennrad suchen, ist Aluminium eine solide Wahl.

  • Stahl: Stahlrahmen sind besonders langlebig und bieten einen angenehmen, geschmeidigen Fahrkomfort. Sie sind jedoch schwerer als Aluminium- und Carbonrahmen, weshalb sie im Rennradbereich eher selten geworden sind. Für Nostalgiker und Liebhaber klassischer Fahrräder sind Stahlrahmen jedoch nach wie vor eine Option.

Innovationen und Trends im Bereich Carbon

Der Carbonmarkt entwickelt sich ständig weiter. Immer leichtere und gleichzeitig stabilere Rahmen werden produziert, und die Hersteller experimentieren mit neuen Fertigungstechniken, um noch bessere Fahreigenschaften zu erzielen. Eines der neuesten Beispiele ist das MYVELO Verona, ein Rennrad mit Carbonrahmen, das sowohl bei Leichtigkeit als auch bei Aerodynamik ganz vorne mitspielt. Es zeigt, wie weit die Technologie bereits fortgeschritten ist und welche Möglichkeiten Carbon im Rennradbau eröffnet.

Ein weiterer Trend, der sich abzeichnet, ist die Nachhaltigkeit in der Carbonproduktion. Da die Herstellung von Carbonrahmen ressourcenintensiv ist, arbeiten einige Hersteller an recyclingfähigen Carbonmaterialien oder bemühen sich, den Produktionsprozess umweltfreundlicher zu gestalten. Einige Hersteller arbeiten an Verfahren, um alte Carbonfasern wiederzuverwenden und somit den Materialkreislauf zu schließen. Diese recycelten Fasern werden dann in neuen Rahmen oder anderen Produkten eingesetzt, was den ökologischen Fußabdruck verringert. Auch die Bemühungen, die Produktion effizienter und ressourcenschonender zu gestalten, nehmen zu. Für die Zukunft könnte dies bedeuten, dass Carbon-Rennräder nicht nur leistungsstark, sondern auch nachhaltiger werden. 

Fazit: Ist ein Carbon-Rennrad das Richtige für Dich?

Ein Rennrad aus Carbon bietet zahlreiche Vorteile, insbesondere wenn Du Wert auf Leichtigkeit, Steifigkeit und Fahrkomfort legst. Es ist die erste Wahl für ambitionierte Fahrer, die das Maximum aus ihrer Performance herausholen wollen. Wenn Du jedoch hauptsächlich zum Spaß fährst oder Dein Budget begrenzt ist, solltest Du auch andere Materialien in Betracht ziehen.

Am Ende des Tages kommt es darauf an, welche Prioritäten Du setzt und wie viel Du bereit bist, für Dein Rennrad auszugeben. Mit einem Carbonrennrad wie dem MYVELO Verona bist Du jedenfalls bestens gerüstet, wenn es darum geht, Geschwindigkeit und Komfort auf ein neues Level zu heben.

Richtig Sprinten mit dem Rennrad: Technik, Training und Taktik

Weitere Infos und Häufige Fragen zu Carbon Rennrädern

Lass Dich von Fahrrad-Enthusiasten beraten

Ein Carbon Rennrad bietet eine unschlagbare Kombination aus geringem Gewicht, hoher Steifigkeit und erstklassiger Performance. Besonders für ambitionierte Fahrer, die auf der Straße an Rennen oder langen Endurance-Fahrten teilnehmen, ist das Carbon Rahmenmaterial ideal. Die aerodynamischen Vorteile eines aero-optimierten Rahmens erhöhen die Effizienz, während die Dämpfungseigenschaften von Carbon den Komfort auf langen Strecken verbessern. Diese modernen Rennräder sind in verschiedenen Designs, wie klassischem black oder elegantem white, erhältlich.

Der Preis eines Carbon Rennrads variiert je nach Qualität des Rahmens, Ausstattung und Komponenten wie Schaltung und Laufradsatz. Einstiegsmodelle beginnen oft bei rund 2.000 Euro, während High-End-Modelle mit Shimano Ultegra oder Red Schaltungen mehrere Tausend Euro kosten können. Für Fahrer, die Wert auf leichtere Modelle mit optimierter Performance legen, lohnt sich die Investition in höherpreisige Modelle. Der Unterschied zeigt sich oft in der Langlebigkeit, dem Gesamtgewicht und der Qualität der Verarbeitung.

Ein reines Rennrad ist für die Straße optimiert, doch einige Carbon Rennräder sind so konzipiert, dass sie auch auf Gravel-Strecken bestehen können. Modelle mit einem etwas robusteren Rahmen und breiteren Reifen bieten die notwendige Stabilität für unebenes Gelände, ohne die Vorteile eines leichten und steifen Rahmens zu verlieren. Wer sowohl auf der Straße als auch abseits fahren möchte, sollte nach vielseitigen Endurance-Modellen filtern, die sowohl für Rennen als auch für entspanntes Fahren geeignet sind.

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