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Lenkerposition am Klapprad richtig anpassen: So bleiben Handgelenke entspannt

Taube Finger, ziehende Handgelenke oder ein Kribbeln in den Fingerspitzen nach einer längeren Fahrt – diese Beschwerden haben oft nichts mit dem Sattel zu tun, sondern mit dem Winkel des Lenkers. Gerade beim Klapprad, dessen kompakter Vorbau und geschwungener Lenker viel Verstellspielraum bieten, lohnt sich ein bewusster Blick auf die Handgelenkshaltung.

Von Vincent Augustin 3 Minuten Lesedauer

Lenkerposition am Klapprad richtig anpassen: So bleiben Handgelenke entspannt
Über den Autor Vincent Augustin

Vincent ist Mitgründer von MYVELO und erfahrener Radsportler. Durch seine aktive Zeit im leistungsorientierten Rennradsport - inklusive Starts in der Rennrad-Bundesliga - bringt er fundierte Praxiserfahrung in die Entwicklung und Bewertung von Fahrrädern und E-Bikes ein. Vincent legt besonderen Fokus auf Qualität, Sicherheit und Langlebigkeit von Komponenten sowie auf die Frage, was ein Fahrrad im echten Einsatz leisten muss. Seine Artikel verbinden persönliche Erfahrung, technisches Verständnis und den Anspruch, verlässliche Orientierung für Kaufentscheidungen zu bieten. Jetzt mehr zu MYVELO erfahren

Veröffentlicht: 23. Juli 2026  |  Aktualisiert: 23. Juli 2026

Dieser Artikel zeigt Dir, worauf es bei der Lenkerposition ankommt und wie Du den geschwungenen Lenker Deines MYVELO Berlin optimal einstellst.

Warum die Handgelenkshaltung so wichtig ist

Der Nervus medianus, ein zentraler Nerv für die Handfunktion, verläuft durch den sogenannten Karpaltunnel im Handgelenk. Wird das Handgelenk beim Greifen des Lenkers dauerhaft nach oben oder unten abgeknickt, entsteht Druck auf diesen Nerv und die umliegenden Blutgefäße. Die Folge: Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Schmerzen, im Fachjargon häufig als „Radfahrer-Lähmung" (Cyclist's Palsy) bezeichnet.

Das Ziel einer ergonomisch korrekten Lenkerposition ist deshalb einfach zu merken: Unterarm, Handgelenk und Hand sollten beim Greifen eine möglichst gerade Linie bilden. Kein Abknicken nach oben (Extension), kein Abknicken nach unten (Flexion).

Der geschwungene Lenker des Berlin – das steckt dahinter

Berlin Elektro-Klapprad - myvelo.de

Der Lenker des MYVELO Berlin ist bewusst geschwungen geformt, nicht gerade. Diese Form erlaubt eine natürlichere Handhaltung als ein starrer, flacher Lenker, weil sich die Griffzonen leicht nach hinten und oben neigen – ähnlich der entspannten Haltung, die die Hände im Sitzen ohnehin einnehmen. Damit dieser Vorteil aber tatsächlich zum Tragen kommt, muss der Winkel zur eigenen Körperhaltung passen. Ein perfekt geformter Lenker in falschem Winkel bringt die gleichen Probleme wie ein gerader.

Schritt für Schritt: Lenkerwinkel richtig einstellen

  1. Ausgangsposition einnehmen. Setz Dich normal auf den Sattel (in bereits korrekt eingestellter Sattelhöhe) und greife den Lenker so, wie Du normalerweise fährst.
  2. Handgelenk beobachten. Achte darauf, ob Dein Handgelenk beim Greifen nach oben oder unten abknickt. Am einfachsten erkennst Du das, wenn eine zweite Person von der Seite auf die Linie zwischen Unterarm und Handrücken schaut.
  3. Klemmung lösen. Löse die Klemmschraube am Vorbau bzw. an der Lenkeraufnahme, mit der der Winkel des geschwungenen Lenkers verstellt wird. Ein Innensechskantschlüssel passender Größe reicht in der Regel aus.
  4. Winkel anpassen. Kippe den Lenker leicht nach vorne oder hinten, bis Unterarm und Hand beim Greifen eine gerade Linie bilden. Meist bedeutet das: die Griffenden leicht nach oben zeigend, sodass die natürliche Neigung der Handgelenke aufgefangen wird.
  5. Probesitzen und feinjustieren. Setz Dich erneut hin, greife den Lenker und prüfe die Haltung. Wiederhole den Vorgang in kleinen Schritten, bis sich die Handgelenke in jeder häufig genutzten Griffposition entspannt anfühlen.
  6. Klemmschraube fest anziehen. Ziehe die Schraube gleichmäßig fest damit sich der Winkel während der Fahrt nicht ungewollt verstellt.

Weitere Stellschrauben für eine entspannte Haltung

Der Lenkerwinkel ist der wichtigste, aber nicht der einzige Faktor:

  • Lenkerhöhe: Ein zu tief montierter Lenker zwingt zu mehr Gewicht auf den Händen und damit zu mehr Druck auf die Handgelenke – unabhängig vom Winkel.
  • Griffposition: Wechsle bei längeren Fahrten regelmäßig die Handposition auf dem Lenker, um immer dieselben Druckpunkte zu entlasten.
  • Handschuhe mit Polsterung: Gepolsterte Fahrradhandschuhe reduzieren punktuelle Druckspitzen zusätzlich, ersetzen aber keine korrekte Einstellung.

Woran Du erkennst, dass die Einstellung noch nicht passt

Symptom Wahrscheinliche Ursache
Kribbeln oder Taubheit in Ring- und kleinem Finger Druck auf den Nervus ulnaris, meist zu viel Gewicht auf den Handballen
Schmerzen am Handrücken Handgelenk knickt nach unten ab (Flexion) – Lenker meist zu niedrig oder falscher Winkel
Schmerzen an der Handgelenk-Innenseite Handgelenk knickt nach oben ab (Extension) – Lenker meist zu hoch oder falscher Winkel
Verspannungen in Schulter und Nacken Lenker insgesamt zu weit entfernt oder zu tief

Halten Beschwerden trotz korrekt eingestellter Position an, ist eine Abklärung beim Arzt sinnvoll, um andere Ursachen auszuschließen.

Fazit

Eine gerade Linie zwischen Unterarm und Hand ist der einfachste Gradmesser für eine gesunde Lenkerposition. Der geschwungene Lenker des MYVELO Berlin bringt die nötige Ergonomie bereits mit – ausgeschöpft wird sie aber erst, wenn der Winkel individuell angepasst ist. Ein paar Minuten mit dem Inbusschlüssel reichen, um Handgelenke und Nerven dauerhaft zu entlasten.

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Weitere Infos und Häufige Fragen zu Lenkerposition am Klapprad richtig anpassen: So bleiben Handgelenke entspannt

Lass Dich von Fahrrad-Enthusiasten beraten

Nein, die Grundeinstellung bleibt erhalten, solange die Klemmschraube fest sitzt. Prüfe nach dem Auseinanderklappen aber kurz, ob sich der Winkel unbeabsichtigt verstellt hat.

Nein. Die passende Einstellung hängt von individueller Armlänge, Sitzposition und Gelenkbeweglichkeit ab. Maßgeblich ist immer die gerade Linie zwischen Unterarm und Hand, nicht ein fester Gradwert.

Ergonomische Griffe mit größerer Auflagefläche können punktuellen Druck verteilen und Beschwerden lindern, sollten aber immer zusätzlich zu einer korrekten Lenkerposition eingesetzt werden, nicht als Ersatz dafür.

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