Juni 06, 2021 4 Minute(n) Lesezeit

Der Riemenantrieb wird bei E-Bikes inzwischen immer häufiger verbaut. Die Technologie gibt es zwar bereits seit mehr als zehn Jahren und kommt auch bei konventionellen Fahrrädern zum Einsatz, allerdings wurde der Antrieb erst wirklich vor rund zwei bis drei Jahren populär - was auch an seiner Weiterentwicklung lag. Der Riemenantrieb besteht für gewöhnlich aus Carbonfasern, welche über zwei Riemenscheiben gespannt sind. Welche Vor- und Nachteile diese Form des E-Bike-Antriebs bietet und was sonst noch wichtig ist, stellen wir Ihnen im nachfolgenden Ratgeber genauer vor.

 

 

Die wichtigste Voraussetzung ist eine Tretlager- bzw. Nabenschaltung. Riemenantriebe lassen sich prinzipiell nicht mit einer Kettenschaltung kombinieren. Verfügt der Rahmen des E-Bikes über vertikale Ausfallenden, muss zudem ein Riemenspanner montiert werden, weil der Riemen ein gewisses Maß an Spannung benötigt. Nur so kann er korrekt funktionieren. Befinden sich die Ausfallenden in horizontaler Position, ist dies nicht erforderlich - hier kann das Hinterrad horizontal verschoben und der Riemen entsprechend gespannt werden.

Allgemein sind Riemenantriebe für jedes E-Bike geeignet, sofern die bereits genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Nur dann ist ein Umbau möglich - rentabel ist er jedoch fast immer.

Wichtig ist außerdem, dass die Riemenlinie absolut gerade ist, denn nur so kann er reibungslos und korrekt funktionieren. Auch vorzeitiger Verschleiß wird auf diese Weise verhindert. In keinem Fall darf der Riemen abgeknickt werden, weil es sonst zu irreparablen Beschädigungen kommen kann.


Wie ist der Aufbau vom E-Bike Riemenantrieb?

Ein geschlossener E-Bike Antriebsriemen setzt sich aus besonders zugfesten Carbonfasern zusammen, welche sich durch eine geringe Abnutzung auszeichnen. Auch bei starker Belastung und intensiver Nutzung des E-Bikes tritt kaum Verschleiß auf. An der Innenseite des Riemens befinden sich Zähne, welche in die Mulden der Riemenscheiben greifen, ähnlich wie ein Reißverschluss. Grundsätzlich ähnelt das Prinzip des Aufbaus jenem einer Kettenschaltung, allerdings ist die Funktionsweise sehr individuell.

Hersteller und Kosten von Riemenantrieben für das S-Pedelec

Inzwischen gibt es viele Hersteller qualitativ hochwertiger Riemenantriebe für das S-Pedelec. Sehr weit verbreitet sind beispielsweise Modelle des renommierten Herstellers Gates Carbon Drive, doch auch die Contitech Power Transmission Group bietet leistungsstarke und hochwertige Systeme an. Inzwischen gibt es zahlreiche E-Bikes, die ab Werk direkt mit einem Riemenantrieb ausgestattet werden. Meist hat dieser keinen großen Einfluss auf den Kaufpreis - es lohnt sich aber immer, darauf zu achten, da diese Antriebsform als besonders langlebig gilt.

Soll ein E-Bike Riemenantrieb für ein S-Pedelec nachträglich eingebaut werden, lässt sich im Vorfeld zur schwer pauschalisieren, wie hoch die Kosten dafür ausfallen. Denn insbesondere das Rahmenschloss verursacht individuelle Kosten, welche sich nicht so einfach kalkulieren lassen. Allein für den Antrieb sollten - je nach Ausführung - zwischen 150 und 300 Euro eingerechnet werden. Dies klingt erst einmal nach viel Geld, relativiert sich aber recht schnell angesichts der Kosten für ein hochwertiges S-Pedelec.


E-Bike Riemenantrieb - welche Aspekte müssen außerdem noch beachtet werden?

Es gibt inzwischen eine große Auswahl an verschiedenen Pedelecs und E-Bikes auf dem Markt, so dass es für Käufer schnell zu einer Herausforderung werden kann, das richtige Modell zu finden. Selbst Experten streiten sich darüber, ob ein Riemen- oder Kettenantrieb die bessere Variante ist. Aus rein technischer Sicht kann bei Riemen mit geringerer Leistung mit einem höheren Widerstand gerechnet werden. Ist die Leistung dagegen entsprechend höher, geschieht auch die Kraftübertragung besser und direkter. Grundsätzlich ist ein E-Bike Riemenantrieb etwas für Biker, die gerne mit höherer Geschwindigkeit unterwegs sind und die generell eine hohe Laufleistung verzeichnen. Die Vorteile für ein Pedelec liegen klar auf der Hand. Wichtig ist allerdings, den Zahnriemen in regelmäßigen Abständen auf eventuelle Schäden zu überprüfen. Liegen diese vor, sollten sie möglichst zeitnah repariert werden, damit sie sich nicht noch ausbreiten und unter Umständen sehr teuer werden können.

Sicherlich ist ein Riemenantrieb für ein Pedelec besonders wetterfest, langlebig, wartungsarm und leistungsstark. Gegenüber äußeren Einflüssen ist er deutlich weniger empfindlich als andere Antriebsarten. Dies heißt allerdings im Gegenzug nicht automatisch, dass es nicht trotzdem zu sichtbaren Beschädigungen am Antrieb kommen kann, die einer fachmännischen Reparatur bedürfen. Sofern man also feine Haarrisse am Rahmen, ausgefranste Zähne oder abgebrochene Teile feststellt, sollte man das Bike in jedem Fall von einem Experten untersuchen lassen. Unter Umständen ist dann ein Austausch des Zahnriemens erforderlich.

Fazit: Ist der Riemenantrieb für das E-Bike empfehlenswert?

Bei der Suche nach dem richtigen Elektrofahrrad kommt es auf viele Faktoren an. Häufig wird jedoch vergessen, wie wichtig der verbaute Antrieb ist. Auf das Vorhandensein eines Riemenantriebs zu achten, lohnt sich in vielerlei Hinsicht, wie der obige Ratgeber zeigt. Wer lange Freude an seinem Elektrofahrrad haben möchte, ohne dies ständig warten zu müssen, sollte also lieber etwas mehr in eine gute Qualität investieren. Dann kann man auch sicher sein, dass der Antrieb einen selbst unter höherer Belastung nicht im Stich lässt. Vor dem Kauf lohnt sich allerdings ein Vergleich verschiedener Modelle, da es natürlich auch auf weitere Aspekte ankommt - wie beispielsweise die Motorleistung, die Reichweite oder auch auf das Bremssystem.
Fabian Huber
Fabian Huber


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