Himalaya E-MTB
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Wer ernsthaft Mountainbike fährt, weiß: Die Federung eines Full-Suspension-MTBs macht den Unterschied zwischen einer mühsamen Schotterabfahrt und einem flowigen Downhill-Erlebnis. Doch hinter der scheinbar simplen Bewegung von Hinterrad und Rahmen steckt eine hochkomplexe Technik – unter anderem der sogenannte Kinematikpunkt der Hinterradaufhängung.
Von David Weichel |
2 Minuten Lesedauer
In diesem Artikel erklären wir, was dieser Punkt ist, warum er entscheidend für Fahrverhalten und Effizienz ist und worauf man beim MTB-Kauf achten sollte.
Der Kinematikpunkt, oft auch als Instant Center of Rotation (ICR) bezeichnet, ist ein theoretischer Punkt in der Hinterradaufhängung eines Full-Suspension-MTBs. Er beschreibt die Lage, um die sich das Hinterrad beim Einfedern bewegt. Anders gesagt: Wenn das Hinterrad unter Last oder beim Überfahren von Hindernissen nach oben oder hinten bewegt wird, “dreht” es sich um diesen Punkt – auch wenn er physisch gar nicht sichtbar ist.
Die Position dieses Punktes beeinflusst, wie das Bike auf Pedalkräfte, Bremskräfte und Unebenheiten reagiert.
Die Lage des Kinematikpunkts wirkt sich auf mehrere Aspekte des Fahrverhaltens aus:
Pedal-Effizienz und Anti-Squat
Je nachdem, wo der Kinematikpunkt liegt, wird die Federung beim Treten mehr oder weniger stark belastet. Liegt der Punkt optimal, erzeugt das MTB beim Pedalieren kaum ungewolltes Einsinken – dieser Effekt wird als Anti-Squat bezeichnet. Das sorgt für effizientes Vorankommen, besonders beim Uphill.
Ansprechverhalten auf Hindernisse
Ein gut positionierter Kinematikpunkt ermöglicht, dass das Hinterrad Unebenheiten sauber aufnimmt, ohne dass der Fahrer jede Bodenwelle spürt. Das erhöht Kontrolle, Komfort und Traktion.
Bremsstabilität
Die Federung reagiert nicht nur auf Pedalkräfte, sondern auch auf Bremskräfte. Ein optimaler Kinematikpunkt sorgt dafür, dass die Federung beim Bremsen nicht unkontrolliert zusammensackt, sondern das Hinterrad stabil bleibt – der berühmte Brake-Through-Effekt wird minimiert.
Ingenieure bestimmen den Kinematikpunkt durch geometrische Analyse der Hinterbaukinematik. Dabei werden die Drehpunkte der Umlenklager, Schwinge und Dämpfer miteinander verbunden, um den theoretischen Drehpunkt zu finden. Moderne CAD-Programme erlauben die Simulation unter realen Fahrbedingungen, sodass Designer Anti-Squat, Ansprechverhalten und Bremsstabilität optimal aufeinander abstimmen können.

Die Platzierung des Kinematikpunkts hängt stark vom gewählten Hinterbau-System ab:
Horst-Link (Viergelenk-System)
Der Kinematikpunkt liegt oft so, dass ein ausgewogener Kompromiss zwischen Anti-Squat und Federungsfreiheit entsteht. Dadurch eignet sich dieses System für vielseitige Trail- und Enduro-Bikes.
Single-Pivot / Virtual Pivot Point (VPP)
Bei Single-Pivot-Bikes ist der Punkt fix, was die Kinematik einfacher, aber weniger anpassungsfähig macht. VPP-Systeme arbeiten mit zwei Drehpunkten, deren kombinierte Bewegung einen dynamischeren Kinematikpunkt erzeugt.
Linkage Designs
Designer nutzen komplexe Umlenkungen, um den Kinematikpunkt bei unterschiedlichen Federwegen gezielt zu verschieben – für maximale Effizienz beim Pedalieren und minimale Bremsunterbrechung.
Für Mountainbiker bedeutet die Kinematikpunkt-Optimierung:
Bessere Effizienz am Berg – das Bike „schluckt“ nicht die Pedalkraft.
Mehr Komfort im Gelände – Unebenheiten werden besser absorbiert.
Kontrolle beim Bremsen – das Hinterrad bleibt stabil, auch bei harten Downhills.
Wer ein MTB kauft, sollte sich also nicht nur die Federweg-Länge oder den Dämpfertyp ansehen, sondern auch auf die Hinterbaukinematik achten.
Der Kinematikpunkt der Hinterradaufhängung ist zwar unsichtbar, aber entscheidend für das Fahrgefühl eines Full-Suspension-MTBs. Er beeinflusst Pedal-Effizienz, Bremsstabilität und Federungsansprechverhalten – kurz: Wie gut ein Bike den Trail „lesen“ kann.
Wer die Hinterbaukinematik versteht, kann nicht nur die richtigen Einstellungen für Dämpfer und Federung vornehmen, sondern auch gezielt ein MTB wählen, das perfekt zu seinem Fahrstil passt.