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Fahrradkette wechseln: Schritt für Schritt Anleitung

Eine gut gepflegte Fahrradkette ist entscheidend für ein sauberes Schaltverhalten, effiziente Kraftübertragung und die Langlebigkeit des gesamten Antriebs. Doch selbst bei optimaler Pflege ist irgendwann der Zeitpunkt gekommen, an dem man die Fahrradkette wechseln sollte. In diesem Artikel erfährt man, wann ein Wechsel notwendig ist – und wie man ihn Schritt für Schritt selbst durchführt.

Von Vincent Augustin 3 Minuten Lesedauer

Fahrradkette wechseln: Schritt für Schritt Anleitung
Über den Autor Vincent Augustin

Vincent ist Mitgründer von MYVELO und erfahrener Radsportler. Durch seine aktive Zeit im leistungsorientierten Rennradsport - inklusive Starts in der Rennrad-Bundesliga - bringt er fundierte Praxiserfahrung in die Entwicklung und Bewertung von Fahrrädern und E-Bikes ein. Vincent legt besonderen Fokus auf Qualität, Sicherheit und Langlebigkeit von Komponenten sowie auf die Frage, was ein Fahrrad im echten Einsatz leisten muss. Seine Artikel verbinden persönliche Erfahrung, technisches Verständnis und den Anspruch, verlässliche Orientierung für Kaufentscheidungen zu bieten. Jetzt mehr zu MYVELO erfahren

Veröffentlicht: 11. April 2026

Warum sollte man die Fahrradkette regelmäßig wechseln?

Die Fahrradkette ist ein Verschleißteil. Durch die ständige Belastung längt sie sich mit der Zeit – auch wenn sie äußerlich noch gut aussieht. Diese sogenannte „Kettenlängung“ führt dazu, dass Kassette und Kettenblätter schneller verschleißen.

Die Folgen einer verschlissenen Kette:

  • Schlechtere Schaltvorgänge

  • Höherer Verschleiß an Ritzeln und Kettenblättern

  • Geräuschentwicklung beim Fahren

  • Im schlimmsten Fall: Kettenriss

👉 Daher gilt: Lieber frühzeitig wechseln als später teure Komponenten ersetzen müssen.


Wann sollte man die Fahrradkette wechseln?

Als Faustregel gilt:

  • Rennrad / E-Bike / Trekkingrad: alle 2.000 – 4.000 km

  • Mountainbike (Offroad): oft schon nach 1.500 – 3.000 km

Am zuverlässigsten ist jedoch die Messung mit einer Kettenverschleißlehre.

  • Bei 0,75 % Längung: Wechsel empfohlen

  • Spätestens bei 1,0 %: sofort tauschen


Was benötigt man zum Kettenwechsel?

Bevor man startet, sollte man das passende Werkzeug bereitlegen:

  • Neue Fahrradkette (passend zur Schaltung, z. B. 9-, 10-, 11- oder 12-fach)

  • Kettennieter oder Kettenwerkzeug

  • Optional: Kettenschlosszange

  • Handschuhe (empfohlen)

  • Lappen und Kettenöl

Unterschiede bei 5-, 6-, 7-, 8- und 9-fach Ketten

Je nach Schaltungssystem unterscheidet sich die Fahrradkette vor allem in ihrer Breite und Kompatibilität. Während 5-, 6- und 7-fach Ketten relativ breit sind (ca. 7,8 mm), werden Ketten bei steigender Ganganzahl immer schmaler, da die Ritzel auf der Kassette enger zusammenrücken. 8-fach Ketten liegen meist bei etwa 7,1 mm, 9-fach Ketten sind nochmals schmaler (ca. 6,6 mm).

Wichtig ist: Die Kette muss immer exakt zur Anzahl der Gänge passen, da eine zu breite Kette nicht sauber zwischen die Ritzel passt und eine zu schmale Kette zu Spiel, schlechter Schaltperformance und erhöhtem Verschleiß führen kann. Zudem unterscheiden sich die Systeme teilweise bei den Verbindungsmöglichkeiten – ältere 5- bis 7-fach Ketten werden häufig vernietet, während bei 8- und 9-fach Ketten Kettenschlösser weit verbreitet sind. Wer unsicher ist, sollte sich an der bestehenden Kette oder der Kassette orientieren, um die richtige Wahl zu treffen.

Auch bei den E-Bikes und Fahrrädern von MYVELO lässt sich die Kette mit etwas handwerklichem Geschick problemlos selbst wechseln. Je nach Modell kommen unterschiedliche Schaltungssysteme zum Einsatz, die bei der Wahl der richtigen Kette berücksichtigt werden müssen: Die MYVELO E-Klappräder sind mit einer Shimano 7-Gangschaltung ausgestattet und benötigen entsprechend eine klassische 7-fach Kette.


Schritt-für-Schritt Anleitung: Fahrradkette wechseln

1. Vorbereitung

Zunächst schaltet man auf das kleinste Ritzel hinten und das kleinste Kettenblatt vorne. Dadurch steht die Kette unter möglichst geringer Spannung und lässt sich leichter entfernen.


2. Alte Kette öffnen

Es gibt zwei Möglichkeiten:

  • Mit Kettenschloss:
    Das Schloss lässt sich mit einer speziellen Zange oder etwas Fingerspitzengefühl öffnen.

  • Ohne Kettenschloss:
    Mit einem Kettennieter drückt man einen Bolzen aus der Kette heraus.

👉 Tipp: Beim ersten Mal lohnt es sich, ein Kettenschloss nachzurüsten – das erleichtert zukünftige Wechsel enorm.


3. Kette entfernen

Nun kann man die alte Kette einfach vom Antrieb abnehmen.
Dabei empfiehlt es sich, den Verlauf durch Schaltwerk und Umwerfer genau zu merken – oder ein Foto zu machen.


4. Neue Kette auf die richtige Länge bringen

Die neue Kette ist in der Regel zu lang und muss gekürzt werden.

So geht’s:

  • Neue Kette und alte Kette nebeneinanderlegen

  • Länge vergleichen

  • Überflüssige Glieder mit dem Kettenwerkzeug entfernen

👉 Alternativ: Kette über das größte Kettenblatt und das größte Ritzel legen (ohne Schaltwerk) und dann +2 Glieder hinzufügen.


5. Neue Kette einfädeln

Jetzt führt man die neue Kette durch:

  • Schaltwerk

  • Kassette

  • Kettenblätter

Wichtig: Die Kette muss korrekt durch die Umlenkrollen des Schaltwerks laufen.


6. Kette schließen

Je nach System gibt es zwei Varianten:

  • Kettenschloss:
    Einfach einsetzen und durch kräftiges Treten einrasten lassen

  • Nietverbindung:
    Mit dem Kettennieter den Bolzen wieder einsetzen


7. Funktion prüfen

Zum Abschluss sollte man:


8. Kette schmieren

Eine neue Kette ist zwar oft leicht geölt, dennoch empfiehlt sich eine frische Schmierung:


Häufige Fehler beim Kettenwechsel

  • ❌ Falsche Kettenlänge

  • ❌ Kette falsch durchs Schaltwerk geführt

  • ❌ Unpassende Kette zur Schaltung

  • ❌ Kein Nachölen nach dem Wechsel


Fazit: Kettenwechsel spart Geld und sorgt für Fahrspaß

Fahrradkette wechseln

Der Wechsel der Fahrradkette ist mit etwas Übung schnell erledigt und spart langfristig bares Geld. Wer regelmäßig kontrolliert und rechtzeitig tauscht, schützt die gesamte Schaltung und sorgt für ein dauerhaft geschmeidiges Fahrerlebnis.

👉 Gerade für Vielfahrer und E-Bike-Nutzer lohnt es sich, diese einfache Wartungsarbeit selbst zu beherrschen.

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