innobike 105 High Tech Kettenfluid
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Eine gut gepflegte Fahrradkette ist entscheidend für ein sauberes Schaltverhalten, effiziente Kraftübertragung und die Langlebigkeit des gesamten Antriebs. Doch selbst bei optimaler Pflege ist irgendwann der Zeitpunkt gekommen, an dem man die Fahrradkette wechseln sollte. In diesem Artikel erfährt man, wann ein Wechsel notwendig ist – und wie man ihn Schritt für Schritt selbst durchführt.
Von Vincent Augustin 3 Minuten Lesedauer
Die Fahrradkette ist ein Verschleißteil. Durch die ständige Belastung längt sie sich mit der Zeit – auch wenn sie äußerlich noch gut aussieht. Diese sogenannte „Kettenlängung“ führt dazu, dass Kassette und Kettenblätter schneller verschleißen.
Die Folgen einer verschlissenen Kette:
Schlechtere Schaltvorgänge
Höherer Verschleiß an Ritzeln und Kettenblättern
Geräuschentwicklung beim Fahren
Im schlimmsten Fall: Kettenriss
👉 Daher gilt: Lieber frühzeitig wechseln als später teure Komponenten ersetzen müssen.
Als Faustregel gilt:
Rennrad / E-Bike / Trekkingrad: alle 2.000 – 4.000 km
Mountainbike (Offroad): oft schon nach 1.500 – 3.000 km
Am zuverlässigsten ist jedoch die Messung mit einer Kettenverschleißlehre.
Bei 0,75 % Längung: Wechsel empfohlen
Spätestens bei 1,0 %: sofort tauschen
Bevor man startet, sollte man das passende Werkzeug bereitlegen:
Neue Fahrradkette (passend zur Schaltung, z. B. 9-, 10-, 11- oder 12-fach)
Kettennieter oder Kettenwerkzeug
Optional: Kettenschlosszange
Handschuhe (empfohlen)
Lappen und Kettenöl
Je nach Schaltungssystem unterscheidet sich die Fahrradkette vor allem in ihrer Breite und Kompatibilität. Während 5-, 6- und 7-fach Ketten relativ breit sind (ca. 7,8 mm), werden Ketten bei steigender Ganganzahl immer schmaler, da die Ritzel auf der Kassette enger zusammenrücken. 8-fach Ketten liegen meist bei etwa 7,1 mm, 9-fach Ketten sind nochmals schmaler (ca. 6,6 mm).
Wichtig ist: Die Kette muss immer exakt zur Anzahl der Gänge passen, da eine zu breite Kette nicht sauber zwischen die Ritzel passt und eine zu schmale Kette zu Spiel, schlechter Schaltperformance und erhöhtem Verschleiß führen kann. Zudem unterscheiden sich die Systeme teilweise bei den Verbindungsmöglichkeiten – ältere 5- bis 7-fach Ketten werden häufig vernietet, während bei 8- und 9-fach Ketten Kettenschlösser weit verbreitet sind. Wer unsicher ist, sollte sich an der bestehenden Kette oder der Kassette orientieren, um die richtige Wahl zu treffen.
Auch bei den E-Bikes und Fahrrädern von MYVELO lässt sich die Kette mit etwas handwerklichem Geschick problemlos selbst wechseln. Je nach Modell kommen unterschiedliche Schaltungssysteme zum Einsatz, die bei der Wahl der richtigen Kette berücksichtigt werden müssen: Die MYVELO E-Klappräder sind mit einer Shimano 7-Gangschaltung ausgestattet und benötigen entsprechend eine klassische 7-fach Kette.
Zunächst schaltet man auf das kleinste Ritzel hinten und das kleinste Kettenblatt vorne. Dadurch steht die Kette unter möglichst geringer Spannung und lässt sich leichter entfernen.
Es gibt zwei Möglichkeiten:
Mit Kettenschloss:
Das Schloss lässt sich mit einer speziellen Zange oder etwas Fingerspitzengefühl öffnen.
Ohne Kettenschloss:
Mit einem Kettennieter drückt man einen Bolzen aus der Kette heraus.
👉 Tipp: Beim ersten Mal lohnt es sich, ein Kettenschloss nachzurüsten – das erleichtert zukünftige Wechsel enorm.
Nun kann man die alte Kette einfach vom Antrieb abnehmen.
Dabei empfiehlt es sich, den Verlauf durch Schaltwerk und Umwerfer genau zu merken – oder ein Foto zu machen.
Die neue Kette ist in der Regel zu lang und muss gekürzt werden.
So geht’s:
Neue Kette und alte Kette nebeneinanderlegen
Länge vergleichen
Überflüssige Glieder mit dem Kettenwerkzeug entfernen
👉 Alternativ: Kette über das größte Kettenblatt und das größte Ritzel legen (ohne Schaltwerk) und dann +2 Glieder hinzufügen.
Jetzt führt man die neue Kette durch:
Schaltwerk
Kassette
Kettenblätter
Wichtig: Die Kette muss korrekt durch die Umlenkrollen des Schaltwerks laufen.
Je nach System gibt es zwei Varianten:
Kettenschloss:
Einfach einsetzen und durch kräftiges Treten einrasten lassen
Nietverbindung:
Mit dem Kettennieter den Bolzen wieder einsetzen
Zum Abschluss sollte man:
Alle Gänge einmal durchschalten
Prüfen, ob die Kette sauber läuft
Eine neue Kette ist zwar oft leicht geölt, dennoch empfiehlt sich eine frische Schmierung:
Kurz einwirken lassen
Überschüssiges Öl abwischen
❌ Falsche Kettenlänge
❌ Kette falsch durchs Schaltwerk geführt
❌ Unpassende Kette zur Schaltung
❌ Kein Nachölen nach dem Wechsel

Der Wechsel der Fahrradkette ist mit etwas Übung schnell erledigt und spart langfristig bares Geld. Wer regelmäßig kontrolliert und rechtzeitig tauscht, schützt die gesamte Schaltung und sorgt für ein dauerhaft geschmeidiges Fahrerlebnis.
👉 Gerade für Vielfahrer und E-Bike-Nutzer lohnt es sich, diese einfache Wartungsarbeit selbst zu beherrschen.