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ABS-Systeme am Fahrrad: Elektronische Bremshilfe (Anti-Blockier-System) einfach erklärt

Moderne Fahrräder und E-Bikes werden nicht nur leistungsstärker, sondern auch deutlich sicherer. Ein zentrales Beispiel dafür ist das ABS-System am Fahrrad, also eine elektronische Bremshilfe, die das Blockieren der Räder verhindert. Was man bisher vor allem aus dem Auto- oder Motorradbereich kennt, hält zunehmend Einzug in hochwertige E-Bikes – insbesondere im urbanen Verkehr, bei Trekking- und SUV-E-Bikes sowie bei Lastenrädern.

Von Vincent Augustin  |  3 Minuten Lesedauer

ABS-Systeme am Fahrrad
Über den Autor Vincent Augustin

Vincent ist Mitgründer von MYVELO und erfahrener Radsportler. Durch seine aktive Zeit im leistungsorientierten Rennradsport - inklusive Starts in der Rennrad-Bundesliga - bringt er fundierte Praxiserfahrung in die Entwicklung und Bewertung von Fahrrädern und E-Bikes ein. Vincent legt besonderen Fokus auf Qualität, Sicherheit und Langlebigkeit von Komponenten sowie auf die Frage, was ein Fahrrad im echten Einsatz leisten muss. Seine Artikel verbinden persönliche Erfahrung, technisches Verständnis und den Anspruch, verlässliche Orientierung für Kaufentscheidungen zu bieten. Jetzt mehr zu MYVELO erfahren

Veröffentlicht: 23. Februar 2026

Doch wie funktioniert ein Fahrrad-ABS eigentlich? Welche Vorteile bietet es im Alltag? Und für wen lohnt sich diese Technologie wirklich?


Was ist ein ABS-System am Fahrrad?

ABS steht für Anti-Blockier-System. Ziel dieser Technologie ist es, ein Blockieren des Vorderrads beim Bremsen zu verhindern. Blockiert das Vorderrad, verliert man schnell die Kontrolle über das Fahrrad – ein klassischer Sturz über den Lenker (Überschlag) ist häufig die Folge.

Ein Fahrrad-ABS regelt den Bremsdruck automatisch, sobald Sensoren erkennen, dass ein Rad kurz davor ist zu blockieren. Die Bremskraft wird in Sekundenbruchteilen angepasst, sodass das Rad weiter rollt und gleichzeitig maximal verzögert.

Gerade bei E-Bikes mit höherem Gewicht und höheren Geschwindigkeiten ist diese Unterstützung ein echter Sicherheitsgewinn.


Wie funktioniert ein ABS-System am Fahrrad?

Ein elektronisches Bremssystem am Fahrrad besteht aus mehreren Komponenten:

  • Raddrehzahlsensoren messen permanent die Geschwindigkeit des Vorderrads

  • Steuereinheit (ECU) analysiert die Daten in Echtzeit

  • Hydraulikmodul reguliert den Bremsdruck automatisch

  • Bremssystem (meist Scheibenbremsen) setzt die dosierte Bremskraft um

Sobald das System erkennt, dass das Vorderrad abrupt verzögert und zu blockieren droht, reduziert es den Bremsdruck minimal und baut ihn danach wieder kontrolliert auf. Dieser Regelvorgang passiert mehrfach pro Sekunde – für den Fahrer nahezu unmerklich.


Warum ist ABS am Fahrrad sinnvoll?

1. Mehr Sicherheit bei Notbremsungen

In kritischen Situationen neigt man dazu, reflexartig stark zu bremsen. Genau hier greift das ABS ein und verhindert gefährliches Blockieren.

2. Stabileres Bremsen auf rutschigem Untergrund

Nässe, Laub, Schotter oder Kopfsteinpflaster erhöhen das Sturzrisiko erheblich. Ein ABS-System sorgt dafür, dass das Fahrrad auch unter schwierigen Bedingungen kontrollierbar bleibt.

3. Schutz vor Überschlägen

Moderne Fahrrad-ABS-Systeme (z. B. von Bosch) erkennen nicht nur Blockieren, sondern auch eine drohende Abhebetendenz des Hinterrads und reduzieren die Bremskraft entsprechend.

4. Mehr Vertrauen für ungeübte Fahrer

Gerade Einsteiger, Pendler oder ältere Menschen profitieren von der zusätzlichen Sicherheitsreserve – ohne ihre Brems­technik perfektionieren zu müssen.


ABS am Fahrrad vs. ABS im Auto – die Unterschiede

Obwohl das Grundprinzip gleich ist, gibt es klare Unterschiede:

Fahrrad-ABS Auto-ABS
meist nur Vorderrad geregelt alle vier Räder
sehr leichtes System höheres Gewicht
angepasst an geringere Geschwindigkeiten höhere kinetische Energie
Fokus auf Überschlagschutz Fokus auf Spurtreue

Ein Fahrrad-ABS ist speziell auf Balance, Körperverlagerung und geringe Aufstandsfläche abgestimmt – Faktoren, die im Auto keine Rolle spielen.


Für welche Fahrräder ist ABS besonders sinnvoll?

Ein ABS-System lohnt sich vor allem bei:

  • E-Bikes und S-Pedelecs

  • City- und Trekking-E-Bikes

  • SUV-E-Bikes

  • Lastenrädern (Cargo-Bikes)

  • Pendler- und Alltagsrädern

Bei sportlichen Rennrädern oder klassischen MTBs spielt ABS aktuell kaum eine Rolle – hier stehen geringes Gewicht und direkte Kontrolle im Vordergrund.


Bosch eBike ABS: Marktführer bei Fahrrad-ABS

Besonders bekannt ist das Bosch eBike ABS, das in mehreren Varianten erhältlich ist, z. B.:

  • ABS Active – für City- und Trekking-E-Bikes

  • ABS Cargo – speziell für Lastenräder

  • ABS Touring – für längere Strecken und höhere Geschwindigkeiten

Bosch kombiniert das ABS häufig mit Sensorik zur Überschlags­erkennung und einer fein abgestimmten Regelung, die sich kaum „pulsierend“ anfühlt – im Gegensatz zu frühen Systemen.


Gibt es Nachteile von ABS-Systemen am Fahrrad?

Trotz vieler Vorteile sollte man auch mögliche Einschränkungen kennen:

  • Höherer Preis: ABS-E-Bikes sind in der Regel teurer

  • Mehr Technik: zusätzliche Komponenten bedeuten mehr Wartungsaufwand

  • Mehr Gewicht: wenn auch nur geringfügig

  • Nicht nachrüstbar: ABS ist meist nur ab Werk verfügbar

Für sicherheitsorientierte Fahrer überwiegen jedoch klar die Vorteile.


Ist ABS am Fahrrad die Zukunft?

Die Entwicklung zeigt deutlich: ABS wird sich vor allem im E-Bike-Segment weiter durchsetzen. Mit steigender Motorleistung, höheren Geschwindigkeiten und zunehmendem Stadtverkehr wächst der Bedarf an aktiven Sicherheitssystemen.

Ähnlich wie Scheibenbremsen oder leistungsstarke Beleuchtung könnte ABS in einigen Jahren zum Standard bei hochwertigen Alltags-E-Bikes gehören.


Fazit: Elektronische Bremshilfe als echter Sicherheitsgewinn

Ein ABS-System am Fahrrad ist weit mehr als ein technisches Extra. Es erhöht die aktive Sicherheit, reduziert Sturzrisiken und sorgt für mehr Kontrolle in kritischen Situationen. Besonders bei E-Bikes, Lastenrädern und im urbanen Alltag bietet die elektronische Bremshilfe einen spürbaren Mehrwert.

Wer häufig im Straßenverkehr unterwegs ist, bei jedem Wetter fährt oder einfach ein Plus an Sicherheit schätzt, profitiert langfristig von einem Fahrrad mit ABS.

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