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32-Zoll-Laufräder: Die neue Dimension im Mountainbike

Nach 26-, 27,5- und 29-Zoll-Laufrädern rollt eine neue Revolution in der Mountainbike-Welt heran: 32-Zoll-Laufräder. Erste Prototypen sorgen für Aufsehen, sowohl im MTB- als auch im Gravelbereich. Die ersten Testfahrten in den Schweizer Alpen zeigen: Wer einmal auf einem 32-Zoll-Rad unterwegs war, erlebt eine völlig neue Dimension in Sachen Laufruhe, Traktion und Effizienz.

Von David Weichel  |  4 Minuten Lesedauer

32-Zoll-Laufräder
Über den Autor David Weichel

David ist seit über 25 Jahren im Fahrradhandel unterwegs – und das im besten Sinne: auf dem Sattel, in der Werkstatt und im direkten Austausch mit seinen Kunden. Schon als Kind fuhr er begeistert durch Erfurt - nicht einmal die Domstufen waren vor ihm sicher, später folgten Mountainbike Rennen und seine eigenen Custom-Bikes. Heute bringt David seine Erfahrung und Leidenschaft bei MYVELO ein. Er kennt die feinen Unterschiede bei Motoren, Akkus und Geometrien – und weiß, worauf es wirklich ankommt, wenn ein E-Bike nicht nur gut aussieht, sondern auch perfekt zu Dir passt.

Veröffentlicht: 28. Oktober 2025  |  Aktualisiert: 5. Januar 2026

In diesem Artikel werfen wir einen ganzheitlichen Blick auf 32 Zoll – von der Technik über die Fahreigenschaften bis hin zu den Vor- und Nachteilen und der Zukunft dieser neuen Laufradgröße.


Was bedeutet 32 Zoll?

Wenn von 32 Zoll die Rede ist, geht es um den Außendurchmesser des Reifens. Zum Vergleich: Standard-29-Zoll-Laufräder haben einen Felgendurchmesser von 622 mm, während 32-Zoll-Räder bereits 686 mm erreichen. Das entspricht einem deutlichen Sprung im Laufradsegment und eröffnet neue Möglichkeiten in puncto Überrollverhalten und Fahrstabilität.

Es ist wichtig zu verstehen, dass 32-Zoll-Laufräder bisher kein Serienstandard sind. Aktuell handelt es sich vor allem um Prototypen und Nischenlösungen, die vor allem im MTB-, Enduro- und Gravelbereich getestet werden.


Die Geschichte der Laufradgrößen

Die Mountainbike-Welt hat eine interessante Historie in Sachen Laufräder:

  • 26 Zoll war jahrzehntelang Standard, besonders für Cross-Country- und Trailbikes.

  • 27,5 Zoll (650B) wurde eingeführt, um ein Gleichgewicht zwischen Wendigkeit und Überrolleigenschaften zu schaffen.

  • 29 Zoll revolutionierte die Szene erneut, indem es die Überrollfähigkeit auf technischen Trails verbesserte.

Jetzt tritt mit 32 Zoll die nächste Stufe an. Diese Entwicklung zeigt, dass die MTB-Branche ständig nach mehr Effizienz, Stabilität und Komfort strebt. Für Tourenfahrer und Graveler ist das besonders interessant, weil die größeren Laufräder lange Strecken leichter machen.


Warum 32 Zoll?

Die Vorteile von 32-Zoll-Laufrädern liegen auf der Hand:

  1. Bessere Überrolleigenschaften
    Hindernisse wie Wurzeln, Steine oder kleine Absätze wirken weniger störend. Das größere Rad „rollt darüber hinweg“ und erhöht das Vertrauen in technisch anspruchsvollem Gelände.

  2. Mehr Laufruhe
    Die größere Rotation sorgt für Stabilität bei hoher Geschwindigkeit. Gerade Abfahrten oder schnelle Gravel-Sektionen werden dadurch angenehmer.

  3. Mehr Traktion
    Durch die größere Aufstandsfläche des Reifens bietet ein 32-Zoll-Laufrad mehr Grip auf losem Untergrund – ideal für steinige Trails, Schotter oder matschige Abschnitte.

  4. Effizienz auf langen Strecken
    Wer lange Touren fährt, profitiert von weniger Rollwiderstand und einer insgesamt ruhigeren Fahrt.


Technische Herausforderungen

Trotz der Vorteile bringt 32 Zoll auch einige Herausforderungen mit sich:

  • Rahmenkompatibilität: Nicht alle MTB-Rahmen sind für 32-Zoll-Laufräder ausgelegt. Anpassungen bei Gabeln und Hinterbau sind oft nötig.

  • Achs- und Nabenbreiten: Es gibt noch keinen einheitlichen Standard. Am Hinterrad konkurrieren Boost (148 mm) und Super-Boost (157 mm), beim Vorderrad werden 110 bis 135 mm diskutiert.

  • Gewicht: Größere Laufräder bedeuten mehr Masse. Das spürt man beim Beschleunigen oder beim Handling in engen Kurven.

  • Begrenzte Verfügbarkeit: Reifen, Felgen und Ersatzteile in 32 Zoll sind aktuell noch Nischenprodukte und teurer als Standardgrößen.

Hersteller experimentieren deshalb mit robusten Aluminiumfelgen, speziellen Federgabeln oder Upside-Down-Gabeln, um Prototypen fahrbereit zu machen.


Das Fahrgefühl auf einem 32-Zoll-Rad

Wer einmal auf einem 32-Zoll-Rad unterwegs war, beschreibt das Gefühl meist als ruhig, stabil und sicher. Besonders auf schnellen Abfahrten oder langen Gravelpassagen merkt man den Unterschied sofort.

Interessant sind auch Kombinationen wie der sogenannte „Monster Mullet: Ein 32-Zoll-Vorderrad sorgt für Stabilität, während ein kleineres 29-Zoll-Hinterrad die Wendigkeit behält. Diese Kombination wird derzeit von einigen Testfahrern erprobt und könnte in Zukunft ein spannender Trend werden.


Einsatzbereiche von 32-Zoll-Laufrädern

MTB Trail

32-Zoll-Laufräder sind besonders interessant für:

  • Gravel-Biker: Wer lange Distanzen effizient zurücklegen möchte, profitiert von der besseren Rollperformance.

  • Tourenfahrer: Mehr Stabilität und Traktion sorgen für komfortables Fahren über lange Strecken und gemischtes Gelände.

  • Gravity- und Downhill-Enthusiasten: Große Laufräder rollen Hindernisse leichter ab und sorgen für hohe Laufruhe bei schnellen Abfahrten.

  • Custom-Bikes: Wer ein spezielles Bike für besondere Anforderungen möchte, findet in 32 Zoll spannende Möglichkeiten.

Für klassische Cross-Country- oder Enduro-Rennen bleiben jedoch 27,5- und 29-Zoll-Räder die erste Wahl, da sie agiler und leichter sind.


Vorteile gegenüber 29 Zoll

Der Unterschied zu einem 29-Zoll-Rad liegt vor allem in der Überrollfähigkeit und Stabilität. Während 29er bereits deutlich mehr Komfort auf Trails bieten als 27,5er, steigert 32 Zoll dieses Erlebnis noch einmal. Wer Wert auf lange, schnelle Trails legt, wird den Unterschied sofort spüren.


Die Zukunft von 32-Zoll-Laufrädern

32-Zoll-Laufräder befinden sich aktuell noch in einer Experimentierphase. Hersteller prüfen, welche Nischen am besten profitieren: Gravel, Endurance-MTBs oder spezielle Downhill-Rigs.

Sobald Standards für Achsbreiten, Naben und Felgen etabliert sind, könnten 32-Zoll-Räder auch in den Serienmarkt gelangen. Dann könnten sie eine neue Referenz für Laufruhe, Traktion und Effizienz setzen.


Praxistipps für Interessierte

Wer heute schon ein 32-Zoll-Rad testen möchte, sollte Folgendes beachten:

  1. Testfahrten machen: Es lohnt sich, Prototypen oder Vorserienmodelle zu testen, um die Fahreigenschaften selbst zu erleben.

  2. Rahmen prüfen: Nicht jeder Rahmen bietet genug Freiraum für die größeren Räder.

  3. Komponenten vergleichen: Reifen, Naben und Gabeln sind aktuell noch limitiert – auf Ersatzteilverfügbarkeit achten.

  4. Einsatzbereich wählen: 32 Zoll lohnt sich vor allem für lange, schnelle Touren oder Gravel-Passagen.


Fazit

32-Zoll-Laufräder sind noch Nische, aber sie zeigen die Richtung der MTB-Entwicklung: mehr Rollkomfort, mehr Stabilität, mehr Traktion. Für Tourenfahrer, Gravel-Fans und Gravity-Biker bieten sie spannende Möglichkeiten, das Fahrgefühl neu zu erleben.

Wer bereit ist, in Prototypen und Speziallösungen zu investieren, kann heute schon die Vorteile der neuen Größe erleben. Für klassische Trails und Rennen bleiben 27,5- und 29-Zoll-Räder weiterhin die praktischere Wahl.

Eines ist klar: 32 Zoll könnte in wenigen Jahren eine neue Benchmark für Laufruhe und Effizienz werden – und die nächste Evolutionsstufe des Mountainbikes einläuten.

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Weitere Infos und Häufige Fragen zu 32-Zoll Laufrädern

Lass Dich von Fahrrad-Enthusiasten beraten

Ein 32-Zoll-Laufrad bezieht sich – wie bei allen Zollangaben im Fahrradbereich – auf den ungefähren Außendurchmesser des kompletten Rads inklusive Reifen. Umgerechnet entspricht 32 Zoll etwa 81,3 Zentimetern. Zum Vergleich: Ein klassisches 29-Zoll-Mountainbike-Laufrad kommt auf rund 73,7 Zentimeter, während ein 27,5-Zoll-Rad bei etwa 69,8 Zentimetern liegt.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Felgendurchmesser (ETRTO-Maß) und dem tatsächlichen Außendurchmesser. Während 29-Zoll-Laufräder auf einer Felge mit 622 mm Durchmesser basieren, benötigen 32-Zoll-Laufräder eine deutlich größere Felge. Der exakte ETRTO-Standard für 32 Zoll ist aktuell noch nicht final etabliert, da sich diese Laufradgröße noch in einer frühen Entwicklungs- und Testphase befindet. Je nach Reifenbreite, Karkassenhöhe und Profil kann der reale Außendurchmesser leicht variieren.

Der größere Durchmesser bringt einige physikalische Effekte mit sich:
Ein großes Laufrad überrollt Hindernisse wie Wurzeln, Steine oder Stufen flacher und kontrollierter, da der sogenannte Überrollwinkel kleiner wird. Dadurch bleibt das Bike stabiler, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten und in technischem Gelände. Gleichzeitig verlängert sich der Radstand, was dem Fahrverhalten zusätzliche Laufruhe verleiht.

Allerdings stellt der große Durchmesser auch hohe Anforderungen an Rahmen, Gabel und Geometrie. Kettenstreben, Tretlagerhöhe und Lenkwinkel müssen neu gedacht werden, damit das Bike trotz der riesigen Laufräder agil bleibt. Genau aus diesem Grund sind 32-Zoll-Mountainbikes aktuell vor allem in Prototypen, Testbikes und im ambitionierten Racing-Umfeld zu finden.

Zusammengefasst lässt sich sagen:
Ein 32-Zoll-Laufrad ist mit über 80 cm Durchmesser deutlich größer als alles, was bislang im MTB-Bereich serienmäßig etabliert ist – und genau das macht diese Laufradgröße so spannend für die Zukunft des Mountainbikens.

32-Zoll-Laufräder setzen genau dort an, wo 29-Zoll-Bikes ihre größten Stärken haben – und treiben diese konsequent weiter. Der größte Vorteil liegt im Überrollverhalten. Durch den nochmals größeren Durchmesser rollen 32-Zoll-Räder spürbar souveräner über Hindernisse. Wurzeln, Felsstufen oder loses Geröll verlieren ihren „kantigen“ Charakter, da das Rad weniger stark abbremsen muss.

Ein weiterer Pluspunkt ist die verbesserte Traktion. Durch den größeren Kontaktpunkt zwischen Reifen und Untergrund kann mehr Grip aufgebaut werden, insbesondere beim Klettern. In steilen Uphills profitieren Fahrer davon, dass das Vorderrad ruhiger bleibt und weniger zum Abheben neigt. Gleichzeitig sorgt die erhöhte Rotationsstabilität für ein sehr ruhiges Fahrgefühl bei hohen Geschwindigkeiten.

Auch die Laufruhe und Spurtreue zählen zu den großen Stärken von 32-Zoll-Laufrädern. Das Bike liegt förmlich „satt“ auf dem Trail, was vor allem bei schnellen Downhills, langen Geraden und offenen Passagen ein enormes Sicherheitsgefühl vermittelt. Für Marathon-Rennen, Long-Distance-Trails oder High-Speed-Strecken kann das ein echter Performance-Vorteil sein.

Demgegenüber stehen allerdings auch Herausforderungen:
Größere Laufräder bedeuten mehr rotierende Masse, was sich negativ auf die Beschleunigung auswirken kann. Richtungswechsel benötigen mehr Körpereinsatz, weshalb 32-Zoll-Bikes aktuell weniger auf verspielte Trails oder enge Kurvenkombinationen ausgelegt sind. Genau hier punkten weiterhin 27,5- oder 29-Zoll-Bikes.

Zusätzlich steigt der technische Aufwand bei Rahmenbau, Fahrwerk und Laufrädern. Nur mit speziell abgestimmter Geometrie, steifen Felgen und leistungsfähigen Bremsen lässt sich das volle Potenzial ausschöpfen.

Unterm Strich bieten 32-Zoll-Laufräder klare Vorteile in Sachen Überrollverhalten, Traktion und Stabilität – besonders für Fahrer, die Speed, Effizienz und Kontrolle in den Vordergrund stellen.

32-Zoll-Mountainbikes richten sich aktuell klar an eine sehr spezifische Zielgruppe. Besonders interessant sind sie für groß gewachsene Fahrer, die mit 29-Zoll-Bikes geometrisch an Grenzen stoßen. Durch die großen Laufräder lassen sich Proportionen besser ausbalancieren, ohne Kompromisse bei Reach, Stack oder Radstand eingehen zu müssen.

Auch im Renn- und Leistungsbereich spielen 32-Zoll-Bikes ihre Stärken aus. Marathon-Racer, XC-Fahrer mit Fokus auf Effizienz sowie Downcountry-Konzepte profitieren von der hohen Laufruhe, dem verbesserten Überrollverhalten und der stabilen Traktion. Auf schnellen Strecken mit vielen Wurzelfeldern oder langen Geraden kann das messbare Vorteile bringen.

Weniger geeignet sind 32-Zoll-Mountainbikes hingegen für Einsteiger, Trail-Spieler oder Bikepark-Fans. Das höhere Gewicht der Laufräder, die trägere Beschleunigung und der größere Wendekreis machen sie weniger agil. Enge Kehren, Sprünge oder technische Slow-Speed-Passagen erfordern mehr Kraft und Fahrtechnik.

Auch in Sachen Verfügbarkeit und Kompatibilität gibt es Einschränkungen. Reifen, Felgen, Gabeln und Ersatzteile sind bislang kaum am Markt verfügbar. Wer sich heute für 32 Zoll entscheidet, bewegt sich klar im Bereich von Innovation, Testphase und Pioniergeist.

32-Zoll-Mountainbikes sind kein Ersatz für bestehende Laufradgrößen, sondern eine Erweiterung für spezielle Anforderungen. Sie eignen sich vor allem für erfahrene Fahrer, die maximale Performance, Geschwindigkeit und Effizienz suchen – und bereit sind, neue Wege im Mountainbike-Segment zu gehen.

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