Juli 07, 2021 3 Minute(n) Lesezeit

Regelmäßig hört man das E-Bikes und Pedelecs etwas für faule Menschen sind, denn der Fahrradfahrer tritt ja schließlich mehr in die Pedale und benötigt dafür seine volle Muskelkraft. Das lässt schnell den Eindruck schüren, dass der Vorzeige-E-Bike-Fahrer ein Bürohengst oder eine betuchtere Dame ist, wo von allem reichlich hat- nur aber keine Kondition. Weit gefehlt- eine groß angelegte Studie hat zumindest exakt dieses Vorurteil aus der Welt geräumt und das Gegenteil bewiesen.

Pedelec-Fahrer fahren häufiger und sogar weitere Strecken

Eine breit angelegte europäische Studie hat 10.000 Menschen hinsichtlich ihrer E-Bike-Nutzung befragt und kam zu interessanten und überraschenden Ergebnissen. Die Studie zeigt auf, dass Pedelec-Fahrer demnach mindestens genau so viele Kalorien verbrauchen als der klassische Radfahrer.

Uns zumindest verwundert dieses Ergebnis nicht- beflügelt von der Zusatzleistung durch Motor hat sich vermeidlich schon der ein oder andere E-Bike-Fahrer (uns eingeschlossen) in eine andere Sphäre geradelt. Im Leistungssport auch den „Tunnel“ genannt. Diese Phase ist von extremer Motivation und auch Anstrengung geprägt. Die von dem Transportation Research Interdisciplinary Perspectives erhobene Studie wurde von sciencedirect.com im Juni 2019 veröffentlicht und legt dar, dass der Leistungseinsatz von Pedelec-Fahrer auf einem ähnlichen wöchentlichen Niveau wie bei den Radfahrern liegt. Als Hauptgrund dafür nennt die Studie die gesteigerte Reichweite von Pedelec-Fahrern.

Demnach kommen E-Bike-Fahrer bei Touren auf eine durchschnittliche Strecke von 9,4km während es die Radfahrer im Vergleich nur auf eine Strecke von 4,8km bringen. Auch im täglichen Pendelverkehr legen die Radfahrer mit 5,3km weniger Strecke zurück als die E-Bike-Fahrer mit 8km im Tagesschnitt.



 

E-Biker aktuell im Schnitt tatsächlich noch älter

Weiter hat die Studie aufzeigen können, dass der Altersschnitt bei den Pedelec-Fahrern bei 48, Jahren höher ist, als bei den Radfahrern, welche es im Schnitt auf 41,1 Jahre bringen. Diese Tendenz wird sich unserer Einschätzung nach innerhalb der nächsten ein bis drei Jahren angleichen bis schließlich die E-Bike-Fahrer auf Augenhöhe ziehen werden. Grund dafür sehen wir in dem starken Boom der Lifestyle Sparte, welche sich speziell bei jungen Menschen einer immer größeren Beliebtheit erfreut. Hier können Sie ihr Traumbike kaufen. Auch erwähnenswert ist, dass der BMI (Body-Mass-Index) bei den E-Bikern etwas höher ist. Diese Tatsache gefällt uns besonders gut, da sie die These stützt, das E-Bikes den ein oder anderen mehr zum Fahrradfahren motivieren. Eine -wie wir finden- tolle Erkenntnis.



Die Zahl der Rad-Pendler steigt durch E-bikes

Nicht nur die Politik hat sich bereits konkret Gedanken darüber gemacht, wie man Fahrradpendler explizit für Ihre Mobilität belohnen kann. Es wurde sogar darüber gesprochen, den Radpendlern einen extra Tag an Urlaub zu gewähren- sie seien schließlich nachweislich weniger krank und sorgen in Ballungsgebieten obendrein für erheblich weniger Staus, insbesondere zu den Stoßzeiten. Dieser Blogpost hat bereits auf die Platzproblematik im urbanen Raum hingewiesen. Demnach können sich die Städteplaner beim Entwickeln neuer Verkehrskonzepte auch auf die Ergebnisse der Studie beziehen, denn sie hält durchaus interessante Zahlen bereit. Insbesondere sollten Verkehrskonzepte der Zukunft Infrastruktur für Pedelecs und S-Pedelecs berücksichtigen. Die Studienteilnehmer, welche auf ein E-Bike umstiegen, reduzierten ihren Gebrauch an Autos um 49 Prozent und nutzen um 48 Prozent weniger die öffentlichen Verkehrsmittel. Betrachtet man die o.g. Argumente wie die verbesserte Gesundheit und die Reduktion des Verkehrsaufkommens, könnte man auch leicht zum Gedanken kommen, dass eine stärkere staatliche Förderung von Pedelecs ein wesentlicher Bestandteil der Mobilitätswende sein sollte.


Fabian Huber
Fabian Huber


Schreibe einen Kommentar

Kommentare werden vor der Veröffentlichung genehmigt.