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Du hast bestimmt schon mal von den unterschiedlichen Trainingszonen gehört, oder? Oft dreht sich alles um die VO2max, die maximale Sauerstoffaufnahme, oder um die Schwellenleistung. Aber was, wenn ich Dir sage, dass es eine Zone gibt, die vielleicht noch wichtiger ist, wenn Du effektiv Fett verbrennen und Deine Ausdauer verbessern möchtest? Diese Zone heißt Fatmax.
Von Vincent Augustin 4 Minuten Lesedauer
In diesem Artikel tauchen wir tief in das Thema ein, was Fatmax ist, wie Du es in Dein Rennradtraining integrieren kannst und warum es für Dich als ambitionierter Rennradfahrer so entscheidend sein kann.
Fatmax beschreibt den Punkt oder die Zone, bei der Du die höchste Menge an Fett pro Minute verbrennst. Das bedeutet nicht, dass Du in dieser Zone die meisten Kalorien insgesamt verbrennst – das passiert in der Regel in höheren Intensitätsbereichen. Aber in der Fatmax-Zone nutzt Dein Körper Fette als primäre Energiequelle, was für lange Ausdauerfahrten und eine nachhaltige Energieversorgung extrem nützlich ist. Für uns Rennradfahrer, die oft stundenlang unterwegs sind, ist das ein entscheidender Vorteil.
Die Physiologie hinter Fatmax: Bei niedrigen bis mittleren Intensitäten zieht Dein Körper vermehrt Energie aus Fetten, anstatt sich auf Kohlenhydrate zu stützen. Während sich die Intensität steigert, steigt der Anteil der Kohlenhydratnutzung, weil sie eine schneller verfügbare Energiequelle sind. Die Fatmax-Zone ist also der Bereich, in dem Dein Körper die maximale Menge an Fett verwertet, bevor die Kohlenhydrate die Überhand gewinnen.

Jeder Mensch hat eine individuelle Fatmax-Zone, die von verschiedenen Faktoren abhängt, wie zum Beispiel Deiner genetischen Veranlagung, Deinem Trainingszustand und Deiner Ernährung. Leider gibt es keine Standardformel wie bei der Herzfrequenz, die Dir genau sagt, wo Dein Fatmax liegt, aber es gibt ein paar Methoden, wie Du diese Zone näher bestimmen kannst.
Leistungsdiagnostik im Labor: Die präziseste Methode, um Deine Fatmax-Zone zu ermitteln, ist eine leistungsdiagnostische Untersuchung, bei der Atemgase gemessen werden. Bei einem sogenannten Spirometrie-Test wird analysiert, wie viel Sauerstoff Du aufnimmst und wie viel CO2 Du abgibst. Daraus lässt sich ableiten, welche Energiesubstrate (Fette oder Kohlenhydrate) Dein Körper in verschiedenen Intensitäten nutzt. Der Punkt, an dem die Fettverbrennung am höchsten ist, ist Dein Fatmax.
Nähern über Herzfrequenz: Falls Du keine Möglichkeit hast, einen Labortest zu machen, kannst Du Dich an Deiner Herzfrequenz orientieren. Die Fatmax-Zone liegt bei den meisten Rennradfahrern etwa bei 60–75 % der maximalen Herzfrequenz. Fatmax liegt häufig im Zone-2-Bereich. Wenn Du Dich also mit Deiner Herzfrequenz vertraut gemacht hast, kannst Du durch ruhige, längere Trainingseinheiten herausfinden, wo Du Dich am wohlsten fühlst und gleichzeitig noch das Gefühl hast, hauptsächlich Fett zu verbrennen.
Gefühl und Erfahrung: Auch ohne technische Hilfsmittel kannst Du mit der Zeit ein Gefühl dafür entwickeln, wann Du in der Fatmax-Zone unterwegs bist. Wenn Du das Tempo so wählst, dass Du über einen längeren Zeitraum konstant fahren kannst, ohne übermäßig zu ermüden oder nach Kohlenhydraten zu lechzen, bist Du wahrscheinlich nahe an Deinem Fatmax-Bereich. Das Tempo sollte sich angenehm anfühlen, nicht zu fordernd, aber auch nicht zu leicht.
Effektive Fettverbrennung:
Natürlich ist der größte Vorteil des Trainings in der Fatmax-Zone die effiziente Fettverbrennung. Gerade für Rennradfahrer, die Gewicht verlieren oder ihre Körperfettzusammensetzung verbessern wollen, ist diese Zone ideal. Es ermöglicht Dir, auch bei längeren Fahrten, die Fettreserven Deines Körpers effizient zu nutzen und so Deine Ausdauer zu verbessern, ohne ständig auf Kohlenhydrate angewiesen zu sein.
Verbesserte metabolische Flexibilität:
Ein weiterer großer Vorteil ist die Verbesserung Deiner metabolischen Flexibilität. Je mehr Zeit Du in der Fatmax-Zone verbringst, desto besser wird Dein Körper darin, zwischen Fett und Kohlenhydraten als Energiequellen zu wechseln. Das ist besonders bei intensiven Wettkämpfen oder langen Ausfahrten wertvoll, da Du so auf ein breiteres Spektrum an Energiequellen zurückgreifen kannst.
Erhöhte Ausdauer:
Training in dieser Zone sorgt auch dafür, dass Du Deine Grundlagenausdauer weiter ausbaust. Das macht Dich widerstandsfähiger und ermöglicht es Dir, längere Strecken mit höherer Intensität zu fahren, ohne zu schnell zu ermüden. Gerade bei langen Touren oder Etappenrennen ist das entscheidend, um bis zum Ende eine hohe Leistung abrufen zu können.
Für Dich als Rennradfahrer ist es sinnvoll, regelmäßig in der Fatmax-Zone zu trainieren. Idealerweise baust Du 1–2 Fahrten pro Woche ein, die sich gezielt auf diesen Intensitätsbereich konzentrieren. Solche Einheiten sollten eher länger sein – mindestens 90 Minuten bis hin zu mehreren Stunden. Das gibt Deinem Körper die Chance, sich optimal an diese Trainingsbelastung anzupassen.
Ein Beispiel für ein Fatmax-Training könnte so aussehen:
Wichtig ist, dass Du während dieser Einheiten nicht überziehst. Es soll sich komfortabel anfühlen, sodass Du auch nach längerer Zeit nicht das Gefühl hast, Dich komplett zu verausgaben. Das Tempo ist also entscheidend – lieber etwas langsamer als zu schnell.

Da die Fatmax-Zone stark auf die Fettverbrennung setzt, ist es auch wichtig, dass Du Deine Ernährung darauf abstimmst. Ein kohlenhydratarmes, aber fettreiches Frühstück vor einer längeren Einheit kann dazu beitragen, dass Dein Körper frühzeitig beginnt, Fette als Energiequelle zu nutzen. Auch während der Einheit solltest Du darauf achten, nicht zu viele schnelle Kohlenhydrate zu dir zu nehmen. Stattdessen sind fett- und proteinreiche Snacks, wie Nüsse oder proteinreiche Riegel, eine gute Wahl, um Deine Energie aufrechtzuerhalten.
Fatmax-Training ist eine effektive Methode, um sowohl Deine Fettverbrennung zu maximieren als auch Deine Ausdauer zu steigern. Es gibt Dir die Möglichkeit, Deine Leistung nachhaltig zu verbessern, indem Du Deinen Körper darauf trainierst, effizienter mit den eigenen Energiereserven umzugehen.
Wenn Du diese Trainingszone in Deine wöchentlichen Fahrten integrierst, wirst Du spüren, wie Du länger durchhältst und Deine Grundlagenausdauer sich merklich verbessert. Also, ab aufs Rad und teste Deine Fatmax-Zone!
Herzfrequenz-Zonen berechnen
| Zone | Intensität | % MaxHF | Trainingsziel |
|---|
Hinweis: Die Berechnung der Maximalherzfrequenz erfolgt nach der Tanaka-Formel: MaxHF = 208 − 0,7 × Alter. Diese Formel gilt als wissenschaftlich genauer als die klassische Faustregel 220 − Alter und wird in zahlreichen Ausdauer-Studien eingesetzt, da sie besser für unterschiedliche Altersgruppen und Fitnesslevel geeignet ist.
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