Mai 12, 2021 3 Minute(n) Lesezeit

Wenn man alkoholisiert Fahrrad fährt, riskiert man so einiges. Angefangen bei Punkten in Flensburg, saftige Bußgelder und im äußersten Fall sogar seinen Autoführerschein. Wir erklären euch, ab welcher Promillegrenze es ans Eingemachte geht und was für Strafen bei einer Alkoholfahrt mit dem E-Bike oder Pedelec drohen.

Wer so verantwortungslos ist und trotz reichlicher Mengen Alkohol im Blut auf sein Fahrrad steigt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mitmenschen und andere Verkehrsteilnehmer. Richtigerweise drohen erhebliche Strafen und unter besonderen Umständen muss sogar der Autoführerschein abgegeben werden. Es stellt nicht bloß eine Ordnungswidrigkeit dar unter Alkoholeinfluss Fahrrad oder E-Bike zu fahren, für die es ein Bußgeld geben kann, sondern klipp und klar eine Straftat. Alkohol im Blut verlängert die Reaktionszeit maßgeblich und beeinträchtigt in gewaltigem Ausmaß den Gleichgewichtssinn – keine guten Voraussetzungen um ein Fahrrad oder Pedelec sicher auf den Straßen zu bewegen.

Bedauerlicherweise ist die Promillegrenze bei Radfahrern deutlich höher angesetzt, als bei Autofahrern. Gründe dafür sind unter anderem das erheblich geringere Gefährdungspotenzial durch nicht motorisierte Zweiräder bei einem Unfall im Vergleich zu Unfällen mit Kraftfahrzeugen – zum einen sind Fahrräder und Pedelecs deutlich leichter als ein Auto und man ist mit wesentlich niedrigeren Geschwindigkeiten unterwegs.

Die unterschiedlichen "Fahrzeugklassen" der elektronisch angetriebenen Fahrräder erklären wir hier

Mit welchen Strafen muss ein Radfahrer rechnen, falls die zulässige Promillegrenze überschritten wird?

Alkoholisiert unterwegs mit dem Fahrrad oder Pedelec: PROMILLEGRENZE & STRAFE

Bei einem Promillewert von 1,6 oder sogar noch mehr Alkohol im Blut, ist bei einer Polizeikontrolle, die Fahrt für Sie beendet und Sie können sich auf eine saftige Strafe einstellen.

Wenn man allerdings unauffällig fährt und unter dieser Promillegrenze liegt, kann der Polizeibeamte die Weiterfahrt nicht untersagen- noch gibt es freies Geleit. Brenzlig wird es bei Radfahrern, die bereits bei einem geringen Promillewert sichtliche Fahrauffälligkeiten an den Tag legen. Sollte sich in so einem Zustand ein Unfall ereignen, liegt bereits ab 0,3 Promille eine Straftat vor, wenn durch die Polizei nachzuweisen ist, dass das Fehlverhalten des Radfahrens auf den vorherigen Genuss von Alkohol zurückzuführen ist. Nun wird auch die örtliche Fahrerlaubnisbehörde aktiv.

Sie wird nun prüfen ob die Person generell ungeeignet ist, ein Auto zu führen, sollte diese im Besitz einer Fahrerlaubnis sein. Denn Personen, die stark alkoholisiert auf das Fahrrad oder Pedelec sitzen, könnten dies in der Zukunft auch mit ihrem Auto machen, so die Auslegung der prüfenden Behörde. Bei dem Erreichen oder der Überschreitung, der Promillegrenze, wird in den meisten Fällen der „Idiotentest“ (MPU – medizinisch – psychologische – Untersuchung) angeordnet. Bei einem fehlerfreien Verlauf der medizinisch – psychologischen – Untersuchung (MPU), darf der Radler seinen Führerschein behalten.

Verweigert man sie aber oder fällt schlichtweg durch, dann droht der Entzug des Führerscheins durch die prüfende Behörde. Da ist nichts mehr zu machen. Oben drauf gibt es sogar noch 3 Punkte in Flensburg. Des Weiteren ist mit einem unbefristeten Fahrverbot für das Zweirad und einem erheblichen Bußgeld (meist in der Höhe eines Netto-Monatsgehalts) zu rechnen, für den Betroffenen. Fahranfängern, die mit Alkohol auf dem Fahrrad erwischt werden, droht zudem die Verlängerung der Probezeit.

 

PROMILLEGRENZEN FÜR E-BIKE,  S-Pedelec und PEDELEC-FAHRER

Steigt man alkoholisiert auf ein Pedelec, dessen Motor das Fahrrad bis 25km/h unterstütz, hat die selbe Strafe zu erwarten wie ein „normaler“ Radler, denn es wird noch als normales Fahrrad angesehen, rein rechtlich. Anders sieht das ganze aus bei S-Pedelecs und den sogenannten E-Bike, die auch ohne eigenen Pedaldruck fahren oder schneller fahren als 25km/h. Sie werden behandelt wie Autofahrer. Hier liegt eine Ordnungswidrigkeit ab 0,5 Promille vor. Und wer 1,1 Promille oder mehr Alkohol im Blut hat, begeht sogar eine Straftat – selbst dann, wenn keine Ausfallerscheinungen vorliegen.

Wir wünsche allzeit sichere und unfallfreie Fahrt! 


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Fabian Huber
Fabian Huber


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