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Drahtreifen

Drahtreifen haben einen Stahldraht im Reifenwulst und sind die klassische Reifenbauart am Fahrrad. Hier erfährst Du, wie Drahtreifen aufgebaut sind, was sie vom Faltreifen unterscheidet und welcher Reifen für Dich die bessere Wahl ist.

Was ist ein Drahtreifen?

Ein Drahtreifen ist ein Fahrradreifen, in dessen Reifenwulst – dem inneren Rand, der in der Felge sitzt – ein ringförmiger Stahldraht eingearbeitet ist. Dieser Wulstkern gibt dem Reifen seine feste Form und hält ihn sicher im Felgenhorn. Weil der Stahldraht starr ist, lässt sich ein Drahtreifen nicht platzsparend zusammenfalten.

Drahtreifen sind die am weitesten verbreitete Reifenbauart an City-, Trekking- und Kinderrädern sowie an vielen E-Bikes. Im Inneren fährst Du sie mit einem Fahrradschlauch.

Zwei Bedeutungen des Begriffs

Im Alltag wird „Drahtreifen“ unterschiedlich verwendet:

  • Im engeren Sinn ist ein Reifen mit Stahldraht im Wulst gemeint – im Gegensatz zum Faltreifen mit einem Kern aus Aramid bzw. Kevlar.
  • Im weiteren Sinn – vor allem im Rennradbereich – steht „Drahtreifen“ für alle Reifen, die mit ihrem Wulst in eine Hakenfelge eingehängt werden (englisch clincher), also Draht- und Faltreifen gleichermaßen. Das Gegenstück sind dann Schlauchreifen, die auf die Felge geklebt werden, und schlauchlose Tubeless-Reifen.

Aufbau eines Drahtreifens

Bestandteil Funktion
Wulstkern (Stahldraht) Hält den Reifen formstabil in der Felge
Karkasse Gewebeunterbau, der Stabilität, Flexibilität und Rollwiderstand bestimmt; die Fadendichte wird in TPI (Threads per Inch) angegeben
Pannenschutzeinlage Optionale Schicht aus Gummi oder Gewebe unter der Lauffläche
Lauffläche Gummimischung und Profil bestimmen Grip, Rollwiderstand und Laufleistung
Seitenwand Trägt die Größenangabe, zum Beispiel 42-622, und den zulässigen Luftdruck

Die Größenangabe auf der Seitenwand folgt der ETRTO-Norm: Die erste Zahl ist die Reifenbreite, die zweite der Felgendurchmesser in Millimetern.


Drahtreifen vs. Faltreifen: Der Vergleich

Kriterium Drahtreifen Faltreifen
Wulstkern Stahldraht Aramid bzw. Kevlar
Gewicht Schwerer – je nach Größe etwa 50 bis 200 g pro Reifen Leichter
Preis Günstiger Teurer
Transport Starr, nicht faltbar Faltbar – ideal als Ersatzreifen
Formstabilität Behält seine Form auch ohne Luft Muss nach dem Auspacken erst in Form kommen
Karkasse (Tendenz) Häufig einfachere Karkassen Oft hochwertigere Karkassen mit höherer TPI
Tubeless In der Regel nicht geeignet Die meisten Tubeless-Reifen sind Faltreifen
Typischer Einsatz City, Trekking, Kinderrad, E-Bike im Alltag Rennrad, Gravel Bike, MTB, Radreise

Wichtig: Wie gut ein Reifen rollt, grippt oder vor Pannen schützt, hängt nicht vom Wulstkern ab, sondern von Karkasse, Gummimischung und Pannenschutz. Ein hochwertiger Drahtreifen kann deshalb besser rollen als ein einfacher Faltreifen. Viele Reifenmodelle gibt es sogar in beiden Varianten – dann unterscheiden sie sich vor allem in Gewicht und Preis.


Vorteile von Drahtreifen

  • Günstig: Meist preiswerter als die Faltversion desselben Modells.
  • Formstabil: Unkompliziert zu lagern und schnell auf die Felge gelegt.
  • Robust im Alltag: Viele Drahtreifen sind mit kräftigem Pannenschutz und langlebigen Gummimischungen für hohe Laufleistungen ausgelegt.
  • Große Auswahl: In nahezu allen Größen erhältlich – auch in selteneren Maßen für ältere Räder, Kinder- und Lastenräder.

Nachteile von Drahtreifen

  • Höheres Gewicht: Macht sich als rotierende Masse beim Beschleunigen bemerkbar – vor allem an Rennrad und Mountainbike.
  • Nicht faltbar: Als Ersatzreifen auf Radreisen oder beim Bikepacking unpraktisch.
  • Selten tubeless-fähig: Wer schlauchlos fahren möchte, greift fast immer zum Faltreifen.
  • Empfindlich gegen Knicke: Wird der Draht stark geknickt, verformt sich der Wulstkern dauerhaft und der Reifen sitzt nicht mehr sauber auf der Felge.

Drahtreifen oder Faltreifen – welcher passt zu Dir?

Dein Einsatz Empfehlung
Alltag, Pendeln, City- und Trekkingrad Drahtreifen – günstig, robust, langlebig
E-Bike im Alltag Drahtreifen mit E-Bike-Freigabe und starkem Pannenschutz
Rennrad und Gravel Bike Faltreifen oder Tubeless – leichter, oft bessere Karkasse
Mountainbike Faltreifen, besonders für Tubeless
Radreise, Bikepacking Faltreifen als Ersatzreifen im Gepäck
Kinderrad Drahtreifen – preiswert und robust

Die MYVELO Rennräder wie das Verona rollen serienmäßig auf 28 mm breiten Tubeless-Reifen. Einen passenden Tubeless-Faltreifen für das Rennrad findest Du zum Beispiel mit dem Schwalbe Pro One im MYVELO Shop. Wie sich Schlauch und Tubeless im Rollwiderstand unterscheiden, zeigt der Vergleich Schlauch oder Tubeless.


Drahtreifen montieren: So klappt's

  1. Luft ablassen und eine Reifenseite mit Reifenhebern über das Felgenhorn heben.
  2. Schlauch einlegen: Den Schlauch leicht aufpumpen, damit er Form hat, und mit dem Ventil zuerst einsetzen.
  3. Zweite Reifenseite aufziehen: Beginne gegenüber dem Ventil und arbeite Dich mit den Daumen zum Ventil vor. Das letzte Stück gelingt leichter, wenn Du den bereits montierten Wulst ins tiefe Felgenbett schiebst.
  4. Kontrollieren: Der Schlauch darf nirgends zwischen Reifen und Felge eingeklemmt sein.
  5. Aufpumpen: Auf den empfohlenen Druck bringen und prüfen, ob die Kontrolllinie an der Seitenwand rundherum gleichmäßig über dem Felgenhorn liegt.

Eine ausführliche Anleitung findest Du im Ratgeber Fahrradreifen wechseln. Den passenden Luftdruck ermittelst Du mit den Tipps zum Reifendruck fürs Fahrrad, und wann ein Reifen ausgetauscht werden sollte, erklärt der Beitrag Verschleiß an Fahrradreifen erkennen.

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Veröffentlicht: 21. April 2023  |  Aktualisiert: 17. September 2026

Quellen & Referenzen

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Häufige Fragen zu Drahtreifen

Die häufigsten Fragen und Antworten

Ein Drahtreifen ist ein Fahrradreifen mit einem Stahldraht im Reifenwulst. Der Draht gibt dem Reifen seine Form und hält ihn in der Felge. Drahtreifen werden mit Schlauch gefahren und sind vor allem an City-, Trekking-, Kinder- und Alltagsrädern verbreitet.

Der Unterschied liegt im Wulstkern: Drahtreifen haben einen starren Stahldraht, Faltreifen einen flexiblen Kern aus Aramid bzw. Kevlar. Faltreifen sind dadurch leichter, faltbar und meist teurer, Drahtreifen günstiger und formstabil. Rollwiderstand, Grip und Pannenschutz hängen dagegen von Karkasse und Gummimischung ab.

Nicht grundsätzlich. Faltreifen sind leichter und häufig mit hochwertigeren Karkassen ausgestattet, weshalb sie im Sport bevorzugt werden. Für den Alltag sind Drahtreifen dank günstigem Preis und robuster Bauweise oft sogar die sinnvollere Wahl.

Ausgebaut erkennst Du es sofort: Ein Faltreifen lässt sich eng zusammenlegen, ein Drahtreifen bleibt starr und rund. Außerdem ist die Bauart oft auf Verpackung oder Seitenwand angegeben, etwa als „Folding“ für Faltreifen oder „Wired“ für Drahtreifen. Ein deutlich höheres Gewicht spricht ebenfalls für einen Drahtreifen.

In der Regel nicht. Tubeless-Reifen brauchen einen besonders dicht abschließenden Wulst und eine luftdichte Karkasse – diese Eigenschaften haben fast nur Faltreifen mit Tubeless-Freigabe. Normale Drahtreifen solltest Du immer mit Schlauch fahren.

Ja. Draht- und Faltreifen passen auf dieselben Felgen, solange Reifengröße und Reifenbreite zur Felge passen. Der Begriff „Drahtreifenfelge“ meint eine Hakenfelge für Reifen mit Schlauch – auf ihr kannst Du beide Varianten fahren.

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