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Reifendruck fürs Fahrrad – diese Tipps solltest Du kennen
Fabian Huber
Fabian Huber

Veröffentlicht: 3. April 2023 |  Aktualisiert: 22. Mai 2024  |  7 Minuten Lesedauer

Fabian hat MYVELO gemeinsam mit Vincent gegründet. Die beiden verbindet eine langjährige Leidenschaft zum Radsport. Gemeinsam sind sie tausende von Kilometern gefahren und haben in der Rennrad-Bundesliga um Siege gekämpft. Aus der langjährigen Erfahrung und dem Wissen, was ein gutes Fahrrad ausmacht, ist die Idee entstanden, MYVELO zu gründen.

Reifendruck fürs Fahrrad – diese Tipps solltest Du kennen

Der richtige Reifendruck führt zu einem geringeren Verschleiß der Reifen und sorgt für ein angenehmes Fahrgefühl. Daher ist es umso wichtiger zu wissen, wie der passende Reifendruck gemessen und eingestellt werden kann.

Wenn es um den idealen Reifendruck für Dein Fahrrad geht, macht eine kleine Anpassung oft einen großen Unterschied. Der Reifendruck ist eine entscheidende Größe, wenn es um Komfort, Haftung und Sicherheit geht. Den richtigen Reifendruck zu messen und zu bestimmen ist nicht schwer. Damit Du lange Freude an Deinen Reifen hast und mit dem richtigen Luftdruck gut unterwegs bist, haben wir Dir hier im Beitrag hilfreiche Tipps, eine Tabelle mit Luftdruckangaben für unterschiedliche Modelle und Tricks zum Reifendruck messen zusammengestellt.

Den richtigen Reifendruck für Dein Fahrrad bestimmen

Der Reifendruck eines Fahrrads ist von einigen Bedingungen abhängig. Um den richtigen Reifendruck zu ermitteln, sind die Reifengröße, der Untergrund und das Gewicht wichtige Anhaltspunkte. Auf jedem Reifen sind Werte angegeben, die jeweils als Richtwerte zu verstehen sind. An der Seite des Reifens kannst Du ablesen, wie hoch der minimale und maximale Reifendruck sein sollte. Liegt der Reifendruck in der Mitte beider Angaben, hat dein Bike in vielen Fällen den idealen Luftdruck. 

Gut zu wissen: Der Luftdruck in Fahrradreifen wird in zwei Maßeinheiten angegeben. Entweder wird der Druck in bar oder in psi angegeben. Möchtest Du den Luftdruck von bar zu psi berechnen, gilt die Regel: 1 bar sind 14,5 psi.

Wichtig ist, dass der Reifendruck die auf dem Reifen angegebenen Werte nicht unter- oder überschreitet. Liegt der Druck weit unter dem Mindestwert, ist der Reifen zu schwach befüllt und kann zu Schäden an Schlauch oder Felgen führen. Liegt der Reifendruck Deines Fahrrads weit über dem Maximalwert, kann der Reifen platzen.

Wann ist ein hoher und wann ein geringer Reifendruck sinnvoll?

Ob ein hoher oder niedriger Reifendruck für Dein Fahrrad sinnvoll ist, ist abhängig von unterschiedlichen Faktoren. Zum einen spielt der Untergrund eine Rolle. Aber auch die Art des Reifens, das Körpergewicht und die Art des Bikes haben Einfluss auf die Höhe des Reifendrucks.

Ein etwas höherer Luftdruck ist in der Stadt auf asphaltieren Straßen sinnvoll. Durch den angepassten Reifendruck erreichst Du einen geringeren Rollwiderstand, weniger Verschleiß und hast eine geringere Störanfälligkeit.

Hinweis: Ist der Reifen dünn, benötigt er einen höheren Luftdruck. Breite Reifen sind robuster und kommen daher mit einem geringeren Luftdruck aus. Letzteres gilt auch für Tubeless-Reifen. Besitzen sie eine breite Felge, können Tubeless-Reifen mit weniger Luftdruck gefahren werden.

Bist Du häufig auf unebenen und holprigen Wander- und Waldwegen unterwegs, sollte der Reifendruck Deines Bikes etwas nach unten angepasst werden. Ein niedriger Luftdruck bietet auf diesem Untergrund besseren Grip und mehr Komfort beim Fahren, da er eine dämpfende Wirkung hat.

Hinweis: Die Spanne sollte immer im Bereich Minimum bis Maximum liegen. Liegt der Reifendruck über oder unter den Werten, die auf jedem Reifen an der Seite angegeben werden, gelten die oben genannten Vorteile nicht mehr.

Reifendruck Tabelle – für jedes Modell der passende Richtwert

Damit Du den Reifendruck für Dein Bike besser bestimmen kannst, findest Du hier eine Übersicht. Je nach Modell und Reifengröße unterschieden sich die Angaben.

Fahrradtyp  Reifenbreite in mm (für MTB und Fatbike in Zoll) Reifendruck in bar  Reifendruck in psi
Trekkingrad  35

4,5

65,3
Trekkingrad  40 4,0 58,0
Trekkingrad  50 3,0 43,5
Rennrad  25 7,0 101,5
Rennrad  28 6,0 87,0
Gravelbike  35 4,5 65,3
Mountainbike  2“ 3,0 43,5
Mountainbike  2,3“ 2,0 29,0
Mountainbike  2,5“ 1,8 26,1
Fatbike  20 0,5-0,8 7,25-11,6

Die Werte in der Tabelle beziehen sich auf einen Radfahrer mit einem Körpergewicht von 75 Kilogramm. Mit jedem zusätzlichem Kilogramm Körpergewicht, sollte der Luftdruck im Reifen um 1 Prozent steigen.

Damit Du ein noch besseres Fahrgefühl bekommst, kann der Reifendruck für das Vorder- und Hinterrad individuell angepasst werden. In der Tabelle wird der Reifendruck des Vorderrads angegeben. Für den Reifendruck des Hinterrads kannst Du zusätzlich 0,2 bar zum Tabellenwert addieren.

Reifendruck berechnen

Passen die Angaben in der Tabelle nicht zu Dir uns Deinem Bike, kannst Du Dich an folgender Formel orientieren:

Wert in der Tabelle + Anpassung an Dein Körpergewicht = Richtwert für den Reifendruck + 10 % Zuschlag für E-Bikes

Gut zu wissen: Bist Du mit viel Gepäck unterwegs, lastet viel Gewicht auf dem Hinterrad. Für ein noch besseres Fahrgefühl ist es daher empfehlenswert, den Reifendruck des Hinterrads etwas zu erhöhen.

Pedelec und E-Bikes

Da sich die Reifen eines E-Bikes oder Pedelecs nicht grundsätzliche von denen andere Modelle unterscheiden, kannst Du auch bei einem E-Bike den Reifendruck an der Seite des Reifens ablesen.

Allerdings ist die Belastung eines E-Bikes oder Pedelecs höher, da sie einen zusätzlichen Motor und Akku eingebaut haben. Durch das zusätzliche Gewicht des Motors und des Akkus ist ein höherer Luftdruck im Reifen nötig. Wenn Du Dich an den Werten in der Tabelle orientierst, solltest Du einen Zuschlag von 10 % einrechnen.

City- und Trekkingräder

City- und Trekkingbikes gelten als echte Allrounder. Mit ihnen kannst Du auf verschiedenen Untergründen fahren. Daher ist ein Reifendruck im mittleren Bereich eine gute Wahl. Je nach Gewicht und Reifengröße kann der Luftdruck für die Fahrräder etwas nach oben angepasst werden, damit es beim Überfahren von Bordsteinkanten und anderen Unebenheiten nicht zu Schäden an den Felgen kommt.

Mountainbikes

Mountainbikes sind in unwegsamen Geländen zu Hause. Hier ist viel Komfort und zusätzlicher Grip gefragt. Für die breiten Reifen der Mountainbikes sind anspruchsvolle Trails und Schotterwege kein Problem.

Vor allem in diesem Bereich ist der richtige Reifendruck entscheidend. Der Reifendruck sollte etwas niedriger sein, um ein gutes Fahrgefühl zu erreichen. Je nach Felgen- und Reifenbreite kann der Druck individuell angepasst werden. Fährst Du mit dem Bike in der Stadt, ist ein Reifendruck von etwa 3 bar ein guter Richtwert.

Bist Du mit dem Mountainbike sportlich unterwegs und nutzt Tubeless-Reifen, kannst Du den Druck etwas nach unten anpassen. Tubeless-Reifen haben keinen Schlauch, daher besitzen sie eine hohe Pannensicherheit und ein geringerer Druck schadet dem Reifen nicht.

Rennräder

Mit einem Rennrad bist Du schnell und bevorzugt auf asphaltieren Straßen unterwegs. In diesem Bereich ist der Rollwiderstand entscheidend. Dieser sollte möglichst gering sein, weshalb ein hoher Luftdruck wichtig ist. Der hoher Luftdruck sorgt dafür, dass die Rennräder leichter rollen und eine erhöhte Vibration während des Fahrens zu spüren ist. Als Faustregel kann man 10 Prozent des Körpergewichts in Bar nutzen.

Tipp: Ein Rennrad verliert schneller Druck als ein Trekking- oder City-Bike, daher solltest Du bei einem Rennrad häufiger den Reifendruck prüfen.

Gravelbikes

Das Gravelbike kommt dem Rennrad optisch sehr nah. Jedoch haben die Gravelbikes ein Reifenprofil, das für Offroad-Trails geeignet ist. Daher solltest Du bei diesen Modellen besonders auf den Untergrund achten und den Reifendruck dahingehend anpassen. Das bedeutet oft, dass der Druck etwas nach unten korrigiert wird, damit Du auf unebene Strecken besser fahren kannst.

Klappräder

Ein Klapprad ist für Pendler und Reisende eine tolle Wahl, da die Räder mit wenigen Handgriffen schnell und unkompliziert zusammengefaltet werden können. Somit kann man sie platzsparend in öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto mitnehmen. Die myvélo E-Bike Klappräder Rio und Palma besitzen diese praktischen Vorteile.

Eine Besonderheit der beiden Klappräder ist, dass sie als Fatbike sehr breite Reifen besitzen. Möchtest Du für die Palma oder Rio Klappräder den Reifendruck berechnen, orientierst Du Dich wie bei anderen Modellen an den Angaben auf dem Reifen.

Hinweis: Fatbikes benötigen einen niedrigeren Reifendruck und kommen oft mit 0,5-0,8 bar aus. Durch den geringen Reifendruck bekommt das Klapprad eine optimalen Dämpfung und einen besseren Grip.

Reifendruck messen – mit den richtigen Tricks zur einfachen Messung

Um den Reifendruck Deines Fahrrads zuverlässig zu messen, ist eine Standpumpe mit integriertem Manometer die richtige Wahl. Kleine Minipumpen sind ein praktischer Helfer für Fahrradtouren, können den Reifendruck allerdings nicht exakt messen.

Damit Du den Luftdruck im Reifen messen kannst, musst Du den Pumpenkopf der Luftpumpe auf das Fahrradventil setzen. Anschließend kannst Du den Reifendruck von der Anzeige des Manometers ablesen.

Hinweis: Besitzt Du kein Manometer, kann der Luftdruck per Daumendruck überprüft werde. Diese Methode ist nicht genau, gibt Dir allerdings einen guten Anhaltspunkt. Am besten drückst Du die Fahrradreifen seitlich etwas zusammen, da der Druck in diesem Bereich besser zu spüren ist. Ab einem Reifendruck von 2 bar fühlt sich sehr prall an.

Um den perfekten Reifendruck für Dich und Dein Fahrrad zu finden, ist es empfehlenswert, unterschiedliche Werte zu testen. Notiere Dir dazu den Ausgangswert und passe den Luftdruck entweder leicht nach unten oder nach oben an. Eine kurze Probefahrt zeigt Dir, ob der Druck bereits passt. Bist Du nicht zufrieden, kannst Du den Luftdruck ein weiteres Mal anpassen, bist Du die richtige Mischung aus Komfort, Grip und Rollwiderstand gefunden hast.

Regelmäßiges Prüfen und Anpassen des Luftdrucks

Du weißt nicht, wann Du das letzte Mal den Reifendruck Deines Fahrrads gemessen hast? Dann wird es Zeit für eine Messung. Bist Du regelmäßig mit Deinem Bike unterwegs, sollte auch der Luftdruck in gleichmäßigen Abständen geprüft werden. Besonders vor langen Radtouren lohnt sich ein genauer Blick auf die Räder und den Luftdruck.

Selbst ohne Beschädigung kann ein Reifen bis zu 1 bar pro Monat verlieren. Mit einer regelmäßigen Prüfung des Reifendrucks bist Du sicher und schnell auf den Straßen unterwegs.

Tipp: Bist Du mit Deinem Bike im Winter unterwegs, ist ein geringerer Luftdruck zu empfehlen. Glatte Straßen und rutschige Wege können mit erhöhten Grip besser befahren werden.

Das solltest Du bei dem Reifendruck für Dein Fahrrad beachten

Der perfekte Reifendruck fürs Fahrrad ist von unterschiedlichen Werten abhängig. Das Gesamtgewicht des Fahrrads, Dein Körpergewicht, der Untergrund und die Art des Bikes spielen eine wichtige Rolle. Daher lässt sich der Reifendruck nicht immer beim ersten Mal perfekt einstellen. Damit Du einen auf Deine Fahrweise perfekt angepassten Reifendruck erreichst, ist das Testen verschiedener Werte hilfreich.

• Trekking- und Cityräder benötigen einen Reifendruck von 3,0 bis 4,5 bar

• Mountainbikes fahren mit einem Luftdruck von 1,8 bis 3,0 bar sehr gut

• Rennräder benötigen einen hohen Reifendruck von 6,0 bis 7,0 bar

• Gravelbikes haben einen Richtwert von 4,5 bar

Bei E-Bikes addierst Du zu jedem Richtwert 10 % des Luftdrucks hinzu, da der Motor und Akku ein zusätzliches Gewicht darstellen.

Bleibt der Reifendruck innerhalb der am Reifen angegebenen Werte, bist Du mit dem Fahrrad sicher unterwegs. Beachtest Du außerdem die Angaben für die verschiedenen Modelle, hast du bald den perfekten Luftdruck gefunden, um mit einem guten Fahrgefühl und Komfort unterwegs zu sein.

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Der Reifendruck und somit auch die bar Anzahl sind abhängig von Modell, Körpergewicht und Untergrund. Ein Trekking Bike kann mit 4 bar gefahren werden, ein Mountainbike benötigt 1,8 bis 3,0 bar und für ein E-Bike sollte man zusätzlich 10 % mehr zum Ausgangswert einfüllen.

Ein E-Bike besitzt durch den zusätzlichen Motor und den Akku ein höheres Gewicht. In der Regel sollte man daher 10 % mehr bar als bei Modellen ohne Unterstützung kalkulieren. Für ein E-Trekking-Bike mit 40 mm Laufradgröße sind das beispielsweise 4,4 bar.

Der Reifendruck eines Fahrrads ist abhängig von unterschiedlichen Faktoren. In der Regel kann man bei einem City- und Trekkingbike um die 4 bar einplanen, bei einem Mountainbike bis zu 3 bar und bei einem Rennrad um die 7 bar.