Mai 31, 2021 5 Minute(n) Lesezeit

Viele Menschen schenken den Fahrradbremsen bei einem E-Bike oft nicht ausreichend Beachtung. Ein fataler Fehler, denn sie sind wie kein anderes Bauteil eines E-Bikes für unsere Sicherheit im Straßenverkehr verantwortlich. Die meisten Käufer achten vor allem auf leistungsstarke Motoren und eine hohe Reichweite. Doch diese Angaben sollten keinesfalls die ausschlaggebenden Kriterien beim Kauf sein. Oft werben Händler mit hochwertigen Bremsen. Doch wissen Sie wirklich so genau, was dahintersteckt? Es ist wichtig und empfehlenswert, sich im Vorfeld mit dem Thema Bremsen beim Elektrofahrrad auseinanderzusetzen, ehe man sich irgendein beliebiges Modell kauft.

Was sind die gängigsten Bremssysteme bei Elektrobikes?

Weil es sich bei den meisten E-Bikes auf dem Markt vor allem um relativ neue Modelle handelt, kommen veraltete Bremssysteme wie die Trommel- oder Bandbremse kaum noch vor. Ein großer Teil der erhältlichen Bikes verfügt heutzutage über Scheiben- oder Felgenbremsen, welche sich noch einmal in hydraulische und mechanische Modelle einteilen lassen. In den letzten Jahren haben sich die einst als eher minderwertig bekannten Scheibenbremsen deutlich weiterentwickelt und stehen der hydraulischen Variante mittlerweile in nichts mehr nach. Für den professionellen Einsatz, wie beispielsweise für Rennräder oder Mountainbikes, sind hydraulische Bremsen noch immer die bessere Lösung. Wer aber gemütlich durch die City cruisen und ab und zu längere Touren mit seinem Bike fahren möchte, der kann ruhig auch auf mechanische Bremsen zurückgreifen.

Darüber hinaus gibt es natürlich noch Elektrofahrräder mit einer Rücktrittsbremse. Welche vor allem bei Citybikes, dem E-Faltrad, Pedelec oder E-Klapprad häufig vorkommt.


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Wie funktionieren mechanischen Scheibenbremsen beim Pedelec?

Die Betätigung mechanischer Bremsen erfolgt bei einem Pedelec in der Regel über einen ganz normalen Seilzug. Eine Technik, die es bei Fahrrädern schon seit vielen Jahrzehnten gibt und sich bewährt hat. Die Nachteile sind allerdings insbesondere bei schnellen und schweren E-Bikes etwas zu spüren. Denn es ist ein vergleichsweise geringfügig höherer Kraftaufwand zur Betätigung der Bremsen erforderlich. Der Bremsweg ist minimal länger als bei hydraulischen Bremsen, was im Straßenverkehr etwas mehr Aufmerksamkeit erfordert.

Darüber hinaus muss mit fortschreitendem Verschleiß der Bremsbeläge in regelmäßigen Abständen ein Nachjustieren der Bremsen erfolgen. Ansonsten wird der Betätigungsweg des Bremshebels mit der Zeit immer länger. Trotzdem gibt es auch sehr viele Vorteile bei den mechanischen Bremsen. Die Technik ist so simpel, dass selbst Laien die Funktionsweise sofort verstehen und kleinere Reparaturen meist problemlos ohne fremde Hilfe ausführen können.

Wie funktionieren Hydraulische Bremsen bei Elektro-Fahrrädern?

Bei hydraulischen Bremsen gibt es keinen Seilzug, sondern eine Bremsflüssigkeit, welche zur Kraftübertragung dient. Die ersten entwickelten hydraulischen Bremsen kamen vor einigen Jahren bei Mountainbikes zum Einsatz. Sie ähneln bis heute dem Funktionsprinzip klassischer Motorrad- bzw. Autobremsen. Ein wichtiger Vorteil hydraulischer Bremsen: Man muss nur wenig Kraft aufwenden, um umgehend eine intensive Bremswirkung zu erreichen. Dies gewährleistet für den Straßenverkehr ein hohes Maß an Sicherheit. Nichtsdestotrotz haben so manche ungeübte E-Biker erst einmal Probleme mit der korrekten Betätigung hydraulischer Bremsen. 

Meist gewöhnt man sich jedoch schon nach kurzer Fahrzeit an die starke Bremswirkung und kann sein Fahrverhalten entsprechend darauf abstimmen. Weiterhin bietet die hydraulische Bremse eine hervorragende Dosierung der Bremswirkung. Nachteilig anzumerken ist, dass eine Reparatur defekter hydraulischer Bremsen oft spezielles Werkzeug und Fachkenntnisse erfordert.

Scheibenbremsen oder Felgenbremsen - was ist die bessere Wahl?

Experten empfehlen, sowohl bei City- und Trekking-E-Bikes als auch bei E-Mountainbikes primär auf eine mechanische Scheibenbremse zu achten. Diese lassen sich hervorragend in ihrer Bremswirkung dosieren, benötigen eine geringere Wartung und auch die Bremskraft ist in der Regel stärker. Felgenbremsen weisen dagegen häufig das Problem auf, dass ihre Bremskraft eng mit der Witterung zusammenhängt. Wenn es regnet, muss mit einem langen Bremsweg gerechnet werden. Was die Sicherheit stark beeinträchtigen kann und Unfälle wahrscheinlicher macht. 

Zudem sollte man beim Kauf den gesunden Menschenverstand nutzen und hellhörig werden, wenn ein Fahrrad mit vermeintlich guten Bremsen auffällig günstig ist. Bekanntlich ist Qualität alles andere als billig. Doch ein hoher Fahrkomfort, langlebige Bremsen mit geringem Verschleiß und vor allem ein hohes Maß an Sicherheit sollten einem beim Kauf eines E-Bikes immer am wichtigsten sein.


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Richtig bremsen mit einem E-Bike oder E-Faltrad: Tipps für die Nutzung

Das Fahren mit einem E-Faltrad, E-Klapprad oder einem klassischen E-Bike macht erst dann so richtig Spaß, wenn man sein Elektro Fahrrad richtig im Griff hat und weiß, wie man es kontrolliert. Das klingt natürlich erst einmal einfach. Doch es gibt immer wieder bestimmte Situationen im Alltag, in denen die Kontrolle enorm wichtig ist. Denn ist starkes Bremsen aufgrund eines kreuzenden Autos oder einer anderen drohenden Gefahr einmal unbedingt nötig und reagiert man dann zu zögerlich, ist ein Unfall kaum zu vermeiden. Auch umgekehrt kann es zu einem Unglück kommen. Reagiert man aus Schreck oder bloßer mangelnder Erfahrung zu intensiv, kann es passieren, dass einem das Fahrrad zur Seite hin wegrutscht oder man im schlimmsten Fall über den Lenker nach vorne stürzt.

Daher sollte man sich nach dem Kauf eines E-Bikes in jedem Fall genügend Zeit nehmen, um sich mit den Eigenschaften der verbauten Bremsen zu befassen und diese in einem ruhigen, ebenen Gelände erst einmal ausgiebig zu testen. Legt man als unerfahrener E-Biker direkt in der Großstadt los, kann einen der Stadtverkehr schnell überfordern oder verunsichern.


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Keine Angst vor der Vorderradbremse beim Pedelec oder E-Klapprad

Nicht wenige E-Bikes besitzen in der heutigen Zeit mechanische Scheibenbremsen, die eine hervorragende Bremswirkung mit sich bringen. Wichtig ist jedoch für Biker, dass sie in jedem Fall auch die Vorderradbremse nutzen. Auch wenn diese zu Beginn erst einmal oft für Verunsicherung sorgt. Setzt man diese richtig ein, profitiert man auf dem Pedelec in jedem Fall von einer besseren Bremswirkung als mit der Hinterradbremse. Die Folge: Der Bremsweg verkürzt sich und man kommt schneller zum Stehen.

Der Grund dafür ist, dass das Körpergewicht sich während des Bremsvorgangs nach vorne hin verlagert. Daher ist es am besten, die Vorderradbremse behutsam und mit zunehmender Krafteinwirkung zu betätigen. Fingerspitzengefühl ist alles. Dies lernt man mit der Zeit und sollte ruhig etwas geübt werden. Sollte das Rad während des Bremsens ausbrechen, muss umgehend der Druck verringert werden, damit sich das Bike wieder stabilisieren kann. Muss man unerwartet einem Hindernis ausweichen, setzt man am besten gleichzeitig die Hinter- und Vorderradbremse ein, um eine gleichmäßige und sichere Bremswirkung zu erzielen.

Wichtig nach dem Kauf: Neue Bremsbeläge müssen beim E-Bike erst eingefahren werden

Sollten Fahrradbremsen ungewöhnliche Laute von sich geben, lässt man sein E-Faltrad oder E-Klapprad am besten vom nächsten Fachhändler überprüfen. Wenn die Fahrradbremsen Geräusche machen, liegt dies häufig an abgefahrenen Bremsbelägen oder einer verglasten Bremse. Letzteres bezeichnet eine glasartige Schicht, welche die Reibung verringert. Sollte der Fachhändler an den Fahrradbremsen neue Beläge befestigen, ist es zu empfehlen, diese erst einmal einzufahren. Ehe man sich wieder direkt in die volle Innenstadt begibt. Abhängig vom jeweiligen Bremsbelag und dem Bremssystem empfehlen Hersteller unterschiedliches Vorgehen. Grundsätzlich ist jedoch immer wichtig, Fahrradbremsen in regelmäßigen Abständen von einem erfahrenen Händler überprüfen zu lassen.

Zudem gilt: Nach dem Kauf eines E-Bikes sollte man sich selbst genügend Zeit geben, um sich mit dem neuen Begleiter vertraut zu machen. "Verbremst" man sich auf ebenen Strecken immer wieder, weil man entweder zu intensiv oder zu zögerlich abbremst, ist noch viel Übung nötig. Anspruchsvolles Terrain, das eine hohe Aufmerksamkeit erfordert, sollte dann erst einmal gemieden werden, bis man sich vollkommen Sicher auf dem Fahrrad fühlt. Ein gutes Zeichen ist es, wenn man ganz automatisch - wie beim Betätigen der Gangschaltung im Auto - weiß, wann man wie stark bremsen muss.

Fazit: Das Bremssystem bei E-Bikes sollte nicht dem Zufall überlassen werden

Die große Auswahl an verschiedenen E-Bikes auf dem Markt macht es oft nicht einfach, auf Anhieb das passende Modell zu finden. Trotzdem ist es wichtig, sich erst einmal mit den Eigenschaften vertraut zu machen. Das gilt vor allem für die Bremssysteme. Hier sollte nicht am falschen Ende gespart werden. Denn eine hochwertige und leistungsstarke Bremse kann einem im Ernstfall sogar vor einem schlimmen Unfall retten.

Fabian Huber
Fabian Huber


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